Das ZDF hat fünf Büderichern beim Energiesparen geholfen. Das Ergebnis lohnt sich.

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Robert und Anja Svoboda haben sich mit Nick (3), Fynn (6) und Levi (1, v.li.) auf das Experiment Energiesparen eingelassen.

Robert und Anja Svoboda haben sich mit Nick (3), Fynn (6) und Levi (1, v.li.) auf das Experiment Energiesparen eingelassen.

Marc Ingel

Robert und Anja Svoboda haben sich mit Nick (3), Fynn (6) und Levi (1, v.li.) auf das Experiment Energiesparen eingelassen.

Büderich. Sie wohnen in einem schmucken Altbau. Im Erdgeschoss sind alle Zwischenwände entfernt worden, rundherum fällt der Blick durch bodentiefe Fenster in den winterlichen Garten. Vor zwei Jahren haben Anja und Robert Svoboda das sanierte Haus in Büderich bezogen, in dem sie heute mit ihren drei Kindern Finn (6), Nick (3) und Levi (1) leben.

180 Quadratmeter Wohnfläche bieten das Erd- und Obergeschoss. In der Küche stehen die Mikrowelle auf dem Kühlschrank, eine Kaffeemaschine auf der Anrichte, es gibt auch Waschmaschine, Trockner, zwei Autos. Jährliche Kosten allein für Strom, Gas, Wasser: über 6000 Euro.

Da ist es kein Zufall, dass sich die Fünf und das ZDF finden, denn für sein Service-Magazin "Volle Kanne" suchte das ZDF-Landesstudio nach einem Einsatzort für seinen Energiespar-Coach Albrecht Hoffmann.

Der kommt für vier Tage nach Büderich und sucht Energie-Verschwender. Sein Ziel: über 100 Euro monatlich einsparen. Ein Experiment, auf das sich die Familie bereitwillig einlässt. Allerdings gibt es für Anja Svoboda eine Grenze: "Mein Anspruch ist, dass wir in unserem täglichen Leben nicht beeinträchtigt werden." So sucht und findet man Kompromisse.

Das Familienprogramm ist ohne Auto schwer zu schaffen

Der Vorschlag, einen Tag in der Woche auf das Auto zu verzichten, verwirft die Mutter von Kleinkindern nach einem Probedurchlauf: "Darüber denke ich gerne in drei Jahren nach." Denn täglich holt sie Finn mit Levi aus der Schule ab, um 15 Uhr kommt Nick aus dem Kindergarten.

Die Radtour durch Büderich in Kälte und Regen ist für alle Vier kein Vergnügen. Tennis, Fußball, Schwimmen, Skikurs, Einkäufe oder der Besuch bei Freunden: "Jeden Tag ist irgendetwas", sagt Anja Svoboda.

Akku-Geräte: Stromverbrauch auch ohne Aufladefunktion

Anderes ist einfacher zu ändern: Im Haus sind fünf Ladegeräte für Zahnbürsten ständig angeschlossen ("Fünf Euro pro Gerät im Jahr"), der Zweitkühlschrank im Keller mit den Grillsoßen des Sommers wurde nicht abgestellt. Ein Handgriff, und die Verschwender sind vom Netz.

Knapp 30 Glühbirnen werden durch Energiesparlampen ersetzt. "Dadurch sparen wir 50 Euro im Monat", staunt die 38-Jährige. Unproblematisch ist auch die Senkung der Raumtemperatur auf 20 Grad. "Das ist ungewohnt, aber warm genug."

Für Warmduscher ist der Sparkopf ungeeignet

Warmwasser gibt es jetzt nicht mehr rund um die Uhr, doch gescheitert ist der Versuch, durch einen neuen Duschkopf den Wasserverbrauch um 80 Prozent zu senken. "Das ist kein schönes Duscherlebnis!", erinnert sich die Büdericherin schaudernd. "Es war einfach kalt!" Das sei eine Option für den Sommer.

Die Waschmaschine läuft künftig auf höchstens 50 statt 60 Grad, der Trockner bleibt einen Tag ungenutzt und alle technischen Geräte sind an eine Steckerleiste mit Ausschaltfunktion angeschlossen.

Durch geringe Veränderungen 126 Euro im Monat eingespart

"Wir haben viel gelernt", resümiert Anja Svoboda. Und 126 Euro im Monat an Energiekosten gespart. "Wir haben viel Geld durch nichts gewonnen." So wird die Kaffeemaschine nach dem Frühstück ab- und erst wieder angestellt, wenn Robert Svoboda am Abend einen Kaffee trinkt.

Auch Finn (6) weiß, wie man Energie spart. "Er achtet beispielsweise darauf, dass der Kühlschrank nicht so lange aufsteht", sagt Anja Svoboda lächelnd.

» Der Besuch des Energie-Coachs in Büderich wird vom 12.-16. Januar vom ZDF im Magazin "Volle Kanne" ab 9.05 Uhr ausgestrahlt.

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