Stadt will bedeutende Arbeiten als Kunstwerke auf dem Friedhof erhalten.

Nachlassverwalterin Ursula Berner, Böttger-Kenner Herbert Jacobs und Dieter Spindler mit dem Grabstein am Friedhofs-Eingang.
Nachlassverwalterin Ursula Berner, Böttger-Kenner Herbert Jacobs und Dieter Spindler mit dem Grabstein am Friedhofs-Eingang.

Nachlassverwalterin Ursula Berner, Böttger-Kenner Herbert Jacobs und Dieter Spindler mit dem Grabstein am Friedhofs-Eingang.

Nachlassverwalterin Ursula Berner, Böttger-Kenner Herbert Jacobs und Dieter Spindler mit dem Grabstein am Friedhofs-Eingang.

Büderich. Nach dem von Karl Franke geschaffenen Grabmal für Ewald und Hanna Mataré hat nun auch der Grabstein des Kunstmalers Herbert Böttger - nach einem Mataré-Entwurf von Adolf Westergerling geschaffen - einen Ehrenplatz im Eingangsbereich des Friedhofs in Büderich gefunden. Hintergrund ist das Bestreben der Stadt, Grabsteine namhafter Künstler zu erhalten, auch wenn das Nutzungsrecht der Gräber abgelaufen ist.

Im Beisein von Herbert Böttgers Nachlassverwalterin Ursula Berner, die am Mittwoch aus diesem Anlass von Eggenstein-Leopoldshafen (bei Karlsruhe) nach Meerbusch kam, erinnerte Herbert Jacobs daran, wie er den 1954 verstorbenen Künstler für sich entdeckte.

Zum einen war es eine Ausstellung des geborenen Krefelders in Bielefeld 1991, die Jacobs faszinierte, zum anderen auch ganz persönliche Erinnerungen, wie die, "dass Böttgers Wolfsspitz Jan mir als kleinem Jungen das Brötchen wegschnappte, als ich aus der Bäckerei Plattner an der Witzfeldstraße kam". Auf Umwegen öffnete sich Herbert Jacobs der Nachlass des Künstlers, von dem seine Frau Christine sagte, er sei 1936 der erste Maler nach Mataré, "der nach dem Dörfchen Büderich" gekommen sei.

1995 organisierte Jacobs mit Gabriele Uerscheln eine Ausstellung des seiner Meinung nach zu Unrecht vergessenen Malers, dessen neusachliche Bildsprache während der Nazi-Diktatur als "entartete Kunst" gebrandmarkt wurde, in der Teloy-Mühle. Zudem veröffentlichte Jacobs das umfangreiche Werkverzeichnis "Spielende Schmetterlinge".

Bürgermeister Dieter Spindler erinnerte an einen Mann, dessen Anziehungskraft dazu führte, dass Büderich mit einer beachtlichen Zahl namhafter Künstler in Verbindung gebracht wird und sich viele ihrer Arbeiten auch im öffentlichen Raum wiederfinden: "Etliche Schüler von Ewald Mataré lernten durch ihren Lehrer Büderich kennen und schätzen und entwickelten eine Bindung zu diesem Ort."

Ausdruck davon ist heute der Euroga-Kunstweg. Fünf seiner Stationen - inklusive des Böttger-Grabsteins - sind auf dem Büdericher Friedhof zu sehen.

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