Der Bauverein stellt geplanten Neubau vor. Anwohner des Pfarrgartens befürchten Parkprobleme.

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So soll das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Dorfstraße (Ecke Am Pfarrgarten) ab Ende 2013 aussehen.

So soll das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Dorfstraße (Ecke Am Pfarrgarten) ab Ende 2013 aussehen.

Bauverein-Geschäftsführer Peter Wulbeck (hinten links) und Stadtplaner Bodo Matjeka (2.v.l.) beziehen Stellung.

Marc Ingel, Bild 1 von 2

So soll das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Dorfstraße (Ecke Am Pfarrgarten) ab Ende 2013 aussehen.

Büderich. „Das sind alles Interessenten. Die können es gar nicht abwarten, einzuziehen“, freute sich Peter Wulbeck, Geschäftsführer des Bauvereins Meerbusch, über den großen Andrang im Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde. Eingeladen hatte der Bauverein, um über das geplante Wohn- und Geschäftshaus gegenüber dem Dr.-Franz-Schütz-Platz zu informieren. Und, wie sich bald herausstellen sollte, waren nicht alle der rund 50 Anwesenden gekommen, um Wulbeck auf die Schulter zu klopfen.

Doch zunächst musste der Geschäftsführer einräumen, dass es mit der Fertigstellung des Neubauvorhabens auf dem Kirchengrundstück bis Anfang 2013 nichts werde. Grund sei der seit den 80er Jahren existierende Bebauungsplan, der eine Sondernutzung nur für kirchliche Zwecke gestatte. Der müsse geändert werden, „und das kann dauern“, sagte Wulbeck, der jetzt von einem Baubeginn Ende 2012 bei einer einjährigen Bauzeit ausgeht.

Im Erdgeschoss ist eine gewerbliche Nutzung mit Ladenlokalen sowie Büros oder Praxen vorgesehen. „Wir nehmen aber nicht jeden Pächter, wollen eine interessante Schaufenstergestaltung und damit eine Aufwertung der Dorfstraße erreichen“, so der Gastgeber. Eine Bank komme daher nicht infrage – auch wenn es sich um einen solventen Mieter handle.

Die 20 „vom Bürgersteig bis zur Dusche“ barrierefrei erreichbaren und mit Erdwärme geheizten Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen zwischen 65 und 110 Quadratmetern sollen alle einen Balkon zur Rückseite haben. Über Mietpreise wolle er eigentlich nichts sagen, so Wulbeck, „realistisch muss man aber von elf, zwölf Euro pro Quadratmeter warm ausgehen“. Gewerblich werde es natürlich etwas teuerer.

Zurückgezogenes Grundstück bietet Platz für Busbucht

Bodo Matjeka vom Stadtplanungsbüro BMS aus Bochum ging ins Detail und erklärte, dass sich der von den Architekten Meyer aus Meerbusch konzipierte Neubau mit seiner rötlichen Klinkerfassade in der Höhe an den anderen Häusern der Dorfstraße orientiere. Da das Grundstück etwas zurückgezogen werden soll, werde der Bürgersteig breiter und biete in diesem Bereich Platz für eine dringend benötigte Busbucht. Das jetzt noch auf dem Grundstück existierende Wohnhaus müsse dagegen weichen.

Die Zufahrt der Tiefgarage mit 39 Stellplätzen liege am Pfarrgarten, so Matjeka. Und auf dieses Stichwort hin regte sich Kritik unter den Zuhörern. Der Pfarrgarten werde schon jetzt zugeparkt, die Frequentierung der Läden würde diese Situation noch verschlimmern, hieß es – vom Lkw-Verkehr während der Bauzeit ganz zu schweigen. „Wir haben nur Nachteile durch diesen Bau“, meinte ein Anwohner.

Denkbar sei, die Taxistellplätze auf den Dorfplatz zu verlegen, sagte Wulbeck. Ohnehin handle es sich bei dem Vorhaben um ein zweischneidiges Schwert, betonte Matjeka: „Auf der einen Seite bekommt man eine Aufwertung der Dorfstraße, anderseits kann sich natürlich die Parkfrequenz erhöhen.“

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