Ein Team um Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage informiert über Anforderungen an Grundschüler.

Reiten, Ballett, Musik–Eltern sollten ihre Kinder nicht überfordern.
Reiten, Ballett, Musik–Eltern sollten ihre Kinder nicht überfordern.

Reiten, Ballett, Musik–Eltern sollten ihre Kinder nicht überfordern.

Archiv/dpa

Reiten, Ballett, Musik–Eltern sollten ihre Kinder nicht überfordern.

Büderich. Der Titel des Abends war als Aufforderung zu verstehen: "Ihr Kind wird groß und selbständig: Unterstützen Sie es dabei." Ein Team aus Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage, Ferdinand Sonnen, Grundschulrektor der Barbara-Geretz-Schule in Osterath, Daniela Lenardon vom Schulpsychologischen Dienst und Petra Bachmann, Leiterin der Tageseinrichtung "Knirpsmühle", vermittelte Basiswissen für Eltern, deren Kinder in diesem Jahr eingeschult werden.

Dabei sollte es vor allem darum gehen, was eigentlich hinter der so genannten "Bildungsvereinbarung" steckt, wie ein "Schulfähigkeitsprofil" aussieht und was bei den verschiedenen Eignungstests vor der Einschulung geschieht.

Spielen im Matsch schult die Motorik

"Kinder bilden sich selbst", erklärt Petra Bachmann einen Kernaspekt. "Sie forcieren auch ihr Lernen selbst." Dennoch müssten Eltern für eine geeignete Umgebung und für regelmäßige Anreize sorgen. Bereits Vierjährige zum Geschirrspülen zu ermuntern, genüge schon, denn auch mit dem Körper werde gelernt. Ein I-Dötzchen bringt es auf den Punkt: "Ich klettere ’rauf und ´runter, damit ich weiß, wo in meinem Heft oben und unten ist."

Eltern müssten offenbar immer wieder darauf hingewiesen werden, wie wichtig Freizeit vor der Haustür für die Entwicklung der Kleinen ist. "Freie Bewegungsbaustellen" nennen das Pädagogen und raten zu möglichst viel Spielen im Matsch und Bewegung, um die Motorik zu fördern. Und erste Mathe-Stunden ergäben sich bereits beim Sortieren, also Aufräumen von Dingen.

Eltern müssen lernen, Begeisterung vorzuleben

Neben dieser motorischen Hilfestellung können Eltern auch etwas für die Wahrnehmung, soziale Kompetenz, Aufgabenbewältigung und Wissensaufbereitung tun, vier weitere Eckpfeiler im Schulfähigkeitsprofil. Der Profi rät dazu, dem Kind viel zuzutrauen, Begeisterung vorzuleben. Gute Anreize für die Vierjährigen sollen durch Betrachten von Dingen in der Natur, dem Finden von täglichen Ritualen oder dem Einüben von Selbstbehauptung geschaffen werden.

Bei aller Mühe gilt aber als erstes Gebot, Zeiträume zur Entspannung zu schaffen und Langeweile zuzulassen, da Gelerntes in einer Stressumgebung verloren gehe. Daniela Lenardon sieht sogar einen gefährlichen Trend im Hang ehrgeiziger Eltern, die Freizeit komplett durchzuorganisieren. "Tun Sie das nicht", bittet die Schulpsychologin eindringlich. "Bleiben Sie gelassen. Ein Hobby pro Woche genügt." Um die Konzentrationsfähigkeit zu fördern, übertreffe ein Hörspiel weit das Computerspiel. Die dritte "Trend-Falle" sieht die Psychologin in der schleichenden Neigung, "die Kinder in Watte zu packen".

Am Ende gab es von den Fachleuten für die Eltern noch ein griffiges Zitat, das trotz seines Alters-es stammt von Goethe-nichts an Aktualität verloren hat: "Man gebe den Kindern Wurzeln und Flügel".

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer