Die Organisation des Busverkehrs müssten aber Ehrenamtler übernehmen. Der Nierster Bürgerverein sieht das problematisch.

Die Organisation des Busverkehrs müssten aber Ehrenamtler übernehmen. Der Nierster Bürgerverein sieht das problematisch.
Die Idee des Nierster Bürgerverein, die Buslinie 830 zu verlängern, ist vom Tisch. Das sei nicht rentabel, sagt Werner Damblon (CDU). Archiv

Die Idee des Nierster Bürgerverein, die Buslinie 830 zu verlängern, ist vom Tisch. Das sei nicht rentabel, sagt Werner Damblon (CDU). Archiv

Dackweiler

Die Idee des Nierster Bürgerverein, die Buslinie 830 zu verlängern, ist vom Tisch. Das sei nicht rentabel, sagt Werner Damblon (CDU). Archiv

Einmal pro Stunde hält der Bus 839 an der Haltestelle „Nierst Kirche“ und gibt den dort lebenden Menschen die Gelegenheit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Lank zu kommen. Zum Einkaufen, Arzt- oder Apothekenbesuch. Zu wenig, findet der Nierster Bürgerverein. Mindestens alle 30 Minuten sollte es eine Verbindung geben, fordert Vereinsmitglied Ulrich Fink. Das sei nicht nur für ältere Menschen ohne Auto wichtig, sondern auch für die Jugendlichen im Ort.

Im Februar soll ein Treffen mit dem Bürgerbusverbund stattfinden

Bei einem Treffen mit der Meerbuscher CDU und den Grünen, bei dem auch zwei Vertreter der Rheinbahn anwesend waren, hat der Verein nun sein Anliegen vorgetragen. Das Ergebnis: Eine mögliche Lösung könnte ein Bürgerbus sein, also ein Kleinbus, der individuell von Bürgern angefordert werden könnte. Die Verwaltung habe bereits mit dem landesweiten Bürgerbus-Verbund Kontakt aufgenommen, ein erstes Treffen soll Mitte Februar stattfinden, teilte der Technische Dezernent, Michael Assenmacher, mit.

Bürgerbusse gibt es unter anderem bereits in Willich und Erkrath. Dort kommen sie gut an. In Willich nutzen 16 000 Fahrgäste pro Jahr das Angebot, weiß Assenmacher. Die Stadt Meerbusch ist in der Sache jedoch nur als Initiator aktiv. Die Organisation müssten – wie an den anderen Bürgerbus-Standorten – Ehrenamtler übernehmen und dafür einen Verein gründen. Und dann bliebe noch die Frage nach dem Bus, der für Menschen mit Gehbehinderung oder junge Mütter mit Kinderwagen auch barrierefrei zugänglich sein müsste. „Wenn sich genügend Engagierte finden, und ein Gesamtkonzept vorgelegt würde, könnte man die Finanzierung mit der Politik diskutieren, ob es eventuell einen Zuschlag gibt“, sagte Assenmacher. Auch ein Sponsoring oder die Anschaffung eines günstigeren Gebrauchtfahrzeugs kämen in Frage.

Ulrich Fink und der Bürgerverein finden die Idee eines Bürgerbusses grundsätzlich gut, sehen aber in der Suche nach ehrenamtlichen Fahrern und der eigenverantwortlichen Organisation ein Problem. Man wolle nun in Erkrath Erfahrungswerte einholen, sagte Fink.

Eigentlich hatte der Bürgerverein eine andere Lösung im Sinn: Die Buslinie 830 könnte doch verlängert werden, und auch über Nierst und Langst-Kierst fahren. Diese Lösung ist jedoch vom Tisch: „Die Verlängerung der Buslinie ist nach wie vor nicht rentabel durchführbar“, sagte Werner Damblon (CDU). Dadurch würde sich der Umlauf erhöhen und es müssten mehr Busse auf der Strecke fahren. Auch die Rheinbahn hält diese Variante nicht für gut. Gegen eine Mischlösung von Rheinbahn- und Bürgerbussen auf Meerbuscher Straßen hätte das Unternehmen aber nichts einzuwenden.

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