Am Wochenende stehen die Meerbuscher auf der Bühne des Landestheaters Neuss.

„Ballett ist mein Leben“, sagt Greetje Groenendijk. Die 69-Jährige unterrichtet seit 39 Jahren Tanz und Ballett in Lank – und das Alter sieht man ihr nun wirklich nicht an. Ihr Studio ist in der ehemaligen evangelischen Kirche in der Ossumer Straße. Das Licht bricht sich goldgelb durch die bunten Butzenscheiben in den Tanzsaal. Groenendijk kommt ursprünglich aus Rotterdam, kam für eine Stelle als Tänzerin an der Rheinoper nach Düsseldorf. Als sie Mutter wurde, hörte sie an der Oper auf. Seit 1974 gibt sie jetzt schon Tanzunterricht, erst in Strümp und dann in Lank.

Immer wollte sie „Alice im Wunderland“ mit ihren Schülern inszenieren. Schon früher hat sie Ballettaufführungen gemacht – etwa Hänsel und Gretel oder die Schneekönigin. „Aber für Alice ist mir einfach kein Trick eingefallen, wie ich sie schrumpfen und wieder wachsen lassen kann“, sagt sie. Doch dann hatte einer ihrer Bekannten, der Beleuchtungstechniker an der Rheinoper ist, die Idee, mit Projektionen zu arbeiten. Und plötzlich gab es eine Möglichkeit, ein Bühnenbild für Alice im Wunderland zu entwerfen. Groenendijk fragte eine befreundete Grafikerin, die ihr schon früher die Plakate für ihre Aufführungen gemalt hatte, um Hilfe. Sie zeichnete 59 Bilder, die nun auf die Wände projiziert werden.

Eineinhalb Jahre haben die Arbeiten an dem Stück gedauert. „Ich musste mir Zeit dafür nehmen, das Stück auszuarbeiten.“ Groenendijk ist aufgeregt, sie möchte, dass es endlich losgeht mit den Vorstellungen. 220 Darsteller sind beteiligt – alles Schüler ihres Ballettstudios. Die jüngste Darstellerin ist vier Jahre alt, die älteste über 50. Sogar sechs Jungen tanzen mit. Der Herzbube etwa wird von einem 22-jährigen Tänzer gespielt, der seit seinem vierten Lebensjahr von

Groenendijk

unterrichtet wird. „Zu mir kommen teilweise Kinder, deren Eltern und Großeltern ich in Ballett unterrichtet habe.“

Von der Musik

bis zu den Kostümen – alles hat Groenendijk selbst organisiert und konzipiert. Die Choreographien hat sie zusammen mit ihren fünf Mitarbeiterinnen in der Tanzschule entworfen. Die Kostüme wurden von einer Bekannten, die Haute-Couture-Schneiderin ist, gemacht. Die letzte Ballettaufführung war im Jahr 2013, damals wurde die Schneekönigin aufgeführt. Vor vier Jahren starb ihr zweiter Ehemann. Ihm verdankt sie auch den Kontakt zum Landestheater Neuss. Seit 1987 finden dort ihre Aufführungen statt.

Die Geschichte von Alice im Wunderland mag sie, weil das Buch für Erwachsene und Kinder gleichermaßen spannend ist. „Als ich das Buch noch mal gelesen habe, als ich erwachsen war, habe ich so viele Details entdeckt, die ich als Kind nicht verstanden habe“, sagt die Ballettlehrerin. „Ich finde es einfach lustig.“

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