Kirsten Steffens präsentierte die Ergebnisse der zweiten Phase des Projekts der Städte Meerbusch, Düsseldorf, Duisburg, Krefeld, Ratingen und des Kreises Mettmann.

Kirsten Steffens präsentierte die Ergebnisse der zweiten Phase des Projekts der Städte Meerbusch, Düsseldorf, Duisburg, Krefeld, Ratingen und des Kreises Mettmann.
Kirsten Steffens verteidigte das Konzept vor dem Ausschuss.

Kirsten Steffens verteidigte das Konzept vor dem Ausschuss.

Anke Kronemeyer

Kirsten Steffens verteidigte das Konzept vor dem Ausschuss.

Die Städte Meerbusch, Düsseldorf, Duisburg, Krefeld, Ratingen und der Kreis Mettman haben sich im Rahmen des Projekts „RegioNetzWerk“ zusammen getan, um gemeinsam an Wohnraum- und Infrastrukturlösungen zu arbeiten. In Meerbusch konzentrieren sich die Beteiligten vor allem auf das Gebiet am Kamper Weg, auf dem 700 Wohneinheiten auf 35 Hektar entstehen sollen. Mit Bericht im Ausschuss für Planung und Liegenschaften am Dienstag ging der Beschluss über 18 750 Euro einher, die für überregionale Netzwerkarbeit genutzt werden sollen.

Das Gebiet am Kamper Weg soll „digital und smart“ werden

Über den Ausbau des Gebietes am Kamper Weg waren sich alle Anwesenden des Ausschusses einig. Nah an der Schiene, digital und smart soll es sein, so Kirsten Steffens, Projektbeteiligte und Leiterin des Fachbereichs für Stadtplanung und Bauaufsicht. Eine zusätzliche Verdichtung des Schienenverkehrs der K-Linie, auf der die U76 und die U70 verkehren stehe ebenfalls in der Diskussion.

Hans-Werner Schoenauer (CDU) stellte dies deutlich in Frage: „Eine höhere Taktung der U76 und U70 wurde in diesem Ausschuss doch schon mehrfach diskutiert, auch mit Vertretern der Rheinbahn.“ Das Ergebnis, so Schoenauer, sei jedes mal dasselbe gewesen, eine höhere Taktung sei dort aufgrund der Einbindung an bestehende Anschlusszüge nicht möglich. Dies sei zwar soweit richtig, entgegnete Steffens, die Verlängerung einer bereits integrierten Linie ab Düsseldorf könnte diese Hürde aber umgehen.

CDU: Schwierigkeiten durch hohe Pendlerzahlen werden nicht gelöst

Weniger Zuspruch erhielten die Planungsideen im Duisburger Süden, im Bereich Wedau/Bissingheim. Hier könnte auf der ehemaligen Bahnfläche an der Ratinger Weststrecke auf 90 Hektar ein Wohngebiet von 60 Hektar entstehen. Kritik kam hier von Joachim Quaß (Die Grünen) und Uwe Wehrspohn (CDU): Von den geplanten 3000 Wohneinheiten seien gerade einmal 200 für den sozialen Wohnungsbau angedacht.

Thomas Gabernik (FDP) setzte noch eins drauf: „Wir lösen die Wohnraum-Probleme von Düsseldorf.“ Die Schwierigkeiten durch hohe Pendlerzahlen würden so nicht gelöst. Wehrspohn sieht die Sache ähnlich, er sieht es kritisch, wenn Wohnraum entwickelt und erst danach die Verkehrsfrage gestellt würde.

Kirsten Steffens verteidigt das Konzept: Man arbeite gemeinsam in einer Region, da sei es nur sinnvoll, dass Probleme Städte übergreifend angegangen würden. Zu Wehrspohns Kritik verweist sie auf die Initiatoren des Projektes: „Wohnraum war die Ansage des Ministeriums, aber dies ist ja auch erst der Anfang.“ Themen wie Ökologie, Wirtschaft und Verkehr kämen mit der Zeit dazu.

Bereits 2016 rief das Land Nordrhein-Westfalen, mit der Initiative Stadt.Umland.NRW, Großstädte und umliegende Kommunen dazu auf, die zukünftige Entwicklung gemeinsam zu planen. Die Ideen des RegioNetzWerks kamen schon in der ersten Phase gut an, die im April 2017 endete. Im Sommer wurden die Beiträge bewertet und die Vorschläge der Projektgruppe als „Konzept mit besonderem Vorbildcharakter, die im Ganzen innovativ und integriert angelegt sind“ bewertet. Damit erhalten die Ideen aus Meerbusch, Krefeld und Co. die beste Bewertung, neben den Ideen aus dem „Stadt Umland Netzwerk (S.U.N.)“ aus Köln und Umgebung und dem Projekt „Zwischen Rhein und Wupper: zusammen – wachsen“.

Nun beginnt die Arbeit für die „Labore der Zukunft“: In fünf Arbeitsfeldern werden Nachhaltigkeit, Bürgerbeteiligung oder digitale Infrastruktur betrachtet. Das Areal am Kamper Weg in Meerbusch ist Bestandteil gleich dreier Labore, Klima-Quartier, dem smarten digitalen Quartier und dem Quartier von unten, der Bürgerbeteiligung.

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