Unternehmen geht auf Fragenkatalog ein und kündigt Auftritt in der Ratssitzung an.

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Höchstspannungsleitungen sollen von Emden bis Phillipsburg reichen – über Osterath hinweg.

Höchstspannungsleitungen sollen von Emden bis Phillipsburg reichen – über Osterath hinweg.

dpa

Höchstspannungsleitungen sollen von Emden bis Phillipsburg reichen – über Osterath hinweg.

Meerbusch. Post von der Firma Amprion hat die Stadtverwaltung erreicht: Auf acht Seiten reagiert das Unternehmen aus Essen auf den Fragenkatalog, der sich in Meerbusch in den vergangenen Monaten zum Ausbau des Stromnetzes und des doppelten Konverters ergeben hat. Weil das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei, seien einige Fragen nicht umfassend zu beantworten, schreibt Ingo Jürgens im Namen von Amprion.

Viele Fragen werden nur allgemein beantwortet

Und wirklich lässt das Schreiben viele Fragen offen. Allgemeines wird vom Unternehmen bekräftigt, wie die Notwendigkeit des Leistungsausbaus für eine sichere Stromversorgung in Deutschland und die Bedeutung der Konverterstation für die Versorgung des Rhein-Ruhr-Gebiets und die Absicht, das bestehende Leitungsnetz für die Höchstspannungsleitungen nutzen zu wollen.

Zwingende Gründe, den Konverter am Ingerweg zu positionieren, sind dem Schreiben nicht zu entnehmen. Man halte sich beim Bau an den Stand der Technik und an die gesetzlichen Vorgaben und werde Stadt und Bürger später in die Detailplanung einbeziehen.

Amprion bestätigt, dass neben Sonnen- und Windenergie auch Strom aus konventionellen Kraftwerken eingespeist werden soll.

Das ruft angesichts des nahen Braunkohleabbaus Kritiker auf den Plan – beispielsweise im Hinblick auf die CO2-Bilanz. Stromproduktion aus der „maximal klimaschädlichen Braunkohle“ könne die Energiewende konterkarieren.

Witterungsbedingte Lücken im Stromnetz - so sie denn existierten – könnten und sollten besser mit dem Strom aus Gaskraftwerken ausgeglichen werden. Und schließlich die Kernfrage: Wer und wie wird kontrolliert, ob wirklich nur bei geringer Produktion Regenerativer Energien konventionell erzeugter Strom eingespeist wird?

Einige Antworten wird es möglicherweise in der kommenden Woche geben: Amprion hat zugesagt, am Mittwoch einen Vertreter in die – nichtöffentliche – Sitzung des Ältestenrats und in die öffentliche Ratssitzung (Donnerstag, 25. Oktober, ab 17 Uhr im Meerbusch-Gymnasium am Mönkesweg in Strümp) zu senden.

Grüne und CDU appellieren an die Geschlossenheit

Derweil positionieren sich auch die Grünen als Gegner des Projekts. Der Standort des Konverters in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung halten sie für „absolut ungeeignet“. Entsprechende Einwände würde man im Verfahren geltend machen. Ansonsten setze man darauf, dass sich zur Verhinderung des Projekts eine breite Allianz aus Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und diversen Initiative bilde.

Der CDU-Parteivorsitzende Werner Damblon hat gestern die Kritik der neu gegründeten Bürgerinitiative gegen den geplanten Doppel-Konverter an Bürgermeister Dieter Spindler zurückgewiesen. Die Drohung mit einem Abwahlverfahren sei „vollkommen unangemessen und schade der Sache“.

Auch Damblon ruft alle Gegner des Großprojekts zur Geschlossenheit auf. „Wir sollten uns jetzt nicht selbst zerlegen, sondern uns auf das Wesentliche konzentrieren – und das ist die Frage, wie wir den Bau der Konverter-Anlage verhindern können. Wer jetzt Streit in Meerbusch schürt, schadet der Sache.“

» Auf der Grünen-Homepage gibt es die Kontaktdaten für Einwendungen und Beschwerden (siehe Website-Hinweis)

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