Katholische und Evangelische Kirche wollen eine gemeinsame Kulturreihe auf die Beine stellen.

ÖKumene
Im Juli 2010 fand die Heine-Büste von Bert Gerresheim ihren Platz in der Walhalla im oberpfälzischen Donaustauf. Das ließ sich auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (r.) nicht entgehen.

Im Juli 2010 fand die Heine-Büste von Bert Gerresheim ihren Platz in der Walhalla im oberpfälzischen Donaustauf. Das ließ sich auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (r.) nicht entgehen.

dpa

Im Juli 2010 fand die Heine-Büste von Bert Gerresheim ihren Platz in der Walhalla im oberpfälzischen Donaustauf. Das ließ sich auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (r.) nicht entgehen.

Büderich. Die Ökumene in Meerbusch beschränkte sich bis jetzt in der Regel auf gemeinsame Gottesdienste beider Konfessionen. In Büderich gehen evangelische und katholische Kirche jetzt einen Schritt weiter. Zur geplanten Eröffnung des neuen Gemeindezentrums der evangelischen Kirche wird es ab dem 10. Juni eine Doppel-Ausstellung geben, die parallel in der Bethlehemkirche und im Alten Küsterhaus an der katholischen St. Mauritiuskirche stattfindet. Der ausstellende Künstler trägt einen wohlklingenden Namen: Bert Gerresheim.

„Er hat sofort zugesagt. Den Kontakt hat der ehemalige Düsseldorfer Kulturdezernent Bernd Diekmann, der in Büderich wohnt, hergestellt“, berichtet Inge Sternemann, die für die Organisation der Ausstellungen im Alten Küsterhaus zuständig ist. Zusammen mit Ute Canaris, Finanzkirchmeisterin im Presbyterium der evangelischen Kirche, war Sternemann bereits zu Besuch im Atelier von Gerresheim.

Wie viele Exponate gezeigt werden sollen, kann Sternemann jetzt noch nicht sagen. „Aber die Auswahl ist groß, Gerresheim hat ja auch noch eine Galerie in Kevelaer“, sagt sie. Das Thema sei bewusst offen gewählt: „Der Geist weht, wo er will“. Die Ausstellung in Büderich soll der Startschuss für eine ökumenische Kulturreihe mit ein oder zwei Terminen im Jahr sein, so Sternemann.

Bethlehemkirche zeigt größere Werke von Bert Gerresheim

„Wir haben uns darauf geeinigt, dass bei uns eher großformatige Werke wie Skulpturen ausgestellt werden und im Küsterhaus kleinere Arbeiten, auch Zeichnungen, zum Zuge kommen“, erklärt Ute Canaris. Bis Mai laufe im Erzbischöflichen Diözesanmuseum in Paderborn eine große Franziskus-Ausstellung, unter anderem mit Werken von Gerresheim. „Der Künstler hat uns gebeten, dass wir erst im Anschluss festlegen, welche Arbeiten dann bei uns zu sehen sein werden“, sagt Canaris. Sie ist guten Mutes, dass der Fertigstellungstermin des Gemeindezentrums im April eingehalten werden kann: „Im Winter muss man immer mit kleineren Verzögerungen rechnen, aber bis jetzt läuft eigentlich alles planmäßig.“

Bert Gerresheim, der bis 1970 vor allem zeichnete, hat sich in den 80er Jahren auf Plastiken spezialisiert. Erfolge feierte er mit dem Heine-Denkmal am Schwanenmarkt oder dem Kolbe-Kreuz in der Rochuskirche (beides Düsseldorf). Der Katholik hat sich oft mit religiösen Themen beschäftigt. In Neuss ist der 76-Jährige mit dem Jakobus-Monument vertreten. Für die Walhalla in Donaustauf fertigte der Bildhauer 2010 eine Büste von Heinrich Heine an.

Am Mittwoch, 11. Januar, gibt die Diplom-Restauratorin Maren Romen aus Kalkar um 19 Uhr im Alten Küsterhaus, Düsseldorfer Straße 6, in Büderich einen Einblick in die Restaurierung des Gemäldes „Elisabeth Smitz-Delhaes“ von Ewald Mataré aus dem Jahr 1914. Das Werk ist erst jüngst in die Sammlung des Museums Kurhaus in Kleve gekommen und war noch nie öffentlich zu sehen. Maren Romen veranschaulicht die diffizile Arbeit des Restaurierens und die speziellen Anforderungen und Techniken dieser Arbeit. Das Gemälde wird exklusiv für diesen Abend als Leihgabe zur Verfügung stehen.

Das komplette Jahresprogramm des Alten Küsterhauses mit Kursen, Vorträgen, Ausstellungen und Gesprächskreisen ist im Internet nachzulesen: www.smhg.de

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