Der Zirkus Hansa bereitet seine Abreise vor. Doch wohin es gehen soll, ist immer noch nicht geklärt.

Fast reisefertig: Direktor Friedrich Neigert (r.) und Gerd Müller verstauen das neue Zirkuszelt, das mithilfe der zahlreichen Spenden von Meerbuschern finanziert werden konnte.
Fast reisefertig: Direktor Friedrich Neigert (r.) und Gerd Müller verstauen das neue Zirkuszelt, das mithilfe der zahlreichen Spenden von Meerbuschern finanziert werden konnte.

Fast reisefertig: Direktor Friedrich Neigert (r.) und Gerd Müller verstauen das neue Zirkuszelt, das mithilfe der zahlreichen Spenden von Meerbuschern finanziert werden konnte.

Ingel

Fast reisefertig: Direktor Friedrich Neigert (r.) und Gerd Müller verstauen das neue Zirkuszelt, das mithilfe der zahlreichen Spenden von Meerbuschern finanziert werden konnte.

Osterath. Es sei nicht so, dass die knapp 30-köpfige Truppe des Zirkus Hansa, die seit Ende Oktober auf dem Festplatz in Osterath ausharrt, unbedingt bleiben wolle, sagt Direktor Friedrich Neigert: „Wir müssen weg, alles ist matschig, die Tiere brauchen einen richtigen Stall und die Artisten eine Halle, in der sie für das Training eine kleine Manege aufbauen können.“

„Wir würden im Frühjahr gerne noch einmal für eine Vorstellung wiederkommen – wenn wir denn willkommen sind.“

Friedrich Neigert, Zirkusdirektor

Ob das im Vorjahr bezogene Winterquartier in Mönchengladbach jedoch wirklich noch frei sei, bezweifelt Neigert: „Ich habe gehört, die Freifläche sei zum Großteil schon verpachtet. Ich kann denjenigen, der das zu entscheiden hat, allerdings erst am Sonntag erreichen.“ Neigert hofft weiterhin, dass sich noch eine Alternative findet.

Seitdem die Meerbuscher mit ihrer Spendenbereitschaft dazu beitrugen, das bei einem Sturm zerstörte Zirkuszelt zu ersetzen, erkennt Neigert wieder einen Lichtstreif am Horizont. „Über den Berg sind wir aber noch lange nicht. Fast die komplette Tribüne, die Licht- und die Tontechnik wurden ja auch zerstört. Wir versuchen, so vieles wie möglich selbst zu reparieren, aber bestimmte Dinge müssen im Frühjahr, wenn wir wieder mit den Aufführungen starten wollen, vom Tüv abgenommen werden.“

Anfallende Versicherungen bereiten dem Direktor Sorgen

Zudem werden jetzt zu Jahresbeginn die Versicherungen fällig. „Allein 5000 bis 6000 Euro fallen für die Lastwagen an, von den Beiträgen zur Krankenversicherung ganz zu schweigen.“ Zumindest sei das Zelt für ein Jahr gegen Sturmschäden versichert – dank des Meerbuscher Engagements. „Was die Leute für uns geleistet haben, ist enorm, dafür kann man gar nicht dankbar genug sein“, sagt der Direktor.

Den 45 Tieren – Pferde, Ziegen, Kamele – gehe es gut. „Wäre das nicht gewährleistet, würde ich aufhören“, betont Neigert. Dennoch würden nach wie vor täglich Heu und Lebensmittel, Alteisen wie Vierkantrohre für Reparaturen und nicht zuletzt billiges Heizöl benötigt. „Wir würden natürlich auch alles abholen“, sagt der Direktor. Und: „Wir würden im Frühjahr gerne noch einmal für eine Vorstellung wiederkommen – wenn wir denn willkommen sind.“

Stadtverwaltung duldet erneute Verzögerung

In der Stadtverwaltung Meerbusch rechnet man in Kürze mit dem Abbruch des Zirkus-Wohnquartiers am Wienenweg. „Wir gehen fest davon aus, dass sich das Problem in den nächsten Tagen erledigt“, sagt Stadtsprecher Michael Gorgs am Freitag auf Nachfrage. Nachdem der Zirkus monatelang geduldet wurde, würde es auch jetzt „keine Schnellschüsse“ geben. „Aber es gibt für den Zirkus aus unserer Sicht keinen Grund mehr, in Meerbusch zu bleiben.“ Einen zeitlichen Aufschub von einigen Tagen werde die Stadt noch tolerieren, „aber dann muss es auch gut sein“. (vlo)

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