Büdericher Ortsverein erlässt seinen Mitgliedern rückwirkend die Beiträge.

Die Begegnungsstätte der Awo Büderich liegt idyllisch, ist aber marode. 2013 soll sie nach Möglichkeit saniert werden.
Die Begegnungsstätte der Awo Büderich liegt idyllisch, ist aber marode. 2013 soll sie nach Möglichkeit saniert werden.

Die Begegnungsstätte der Awo Büderich liegt idyllisch, ist aber marode. 2013 soll sie nach Möglichkeit saniert werden.

Ingel

Die Begegnungsstätte der Awo Büderich liegt idyllisch, ist aber marode. 2013 soll sie nach Möglichkeit saniert werden.

Büderich. Der Ortsverein Büderich der Arbeiterwohlfahrt (Awo) kommt nicht zur Ruhe. Nachdem Gerhard Engel im September des Vorjahres wegen interner Streitigkeiten als Vorsitzender zurückgetreten war, wundert er sich nun, dass der neu gewählte Vorstand rückwirkend auf die kompletten Beiträge für 2011 verzichten will.

Die hätten im vergangenen Jahr wegen der „ungeregelten Verhältnisse während einer turbulenten Übergangszeit“ nicht eingezogen werden können, wie den Mitgliedern in einem Rundschreiben kurz vor Weihnachten mitgeteilt wurde. Da man sich nun wieder in ruhigerem Fahrwasser befinde, habe der Vorstand beschlossen, ohne Nachzahlungen erst wieder ab 2012 mit einer systematischen Beitragserhebung zu beginnen.

Engel kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. „Das ist doch die einzige Einnahme, die der Büdericher Ortsverein noch hat. Alles andere wird über den Kreisverband Mönchengladbach abgewickelt“, so der Ex-Vorsitzende, der zudem bemängelt, dass ihm während seiner Amtszeit nie ein Finanzstatus vorgelegt worden sei.

Außerdem hätten viele der Mitglieder ihren Beitrag bereits bar beglichen. „Ob die ihr Geld jetzt zurückbekommen, dazu wird in dem Schreiben nichts gesagt“, kritisiert Engel.

Engel war im September nicht wieder zur Wahl des Vorsitzenden angetreten, weil er sich weigerte, im Gegenzug für die Nutzung der Begegnungsstätte in der Böhlersiedlung für die Awo-Büderich das Defizit des Betreibers, der Awo Mönchengladbach, zu tragen. Sein Nachfolger Norbert Friedrich sah das anders.

Bareinzahler haben sich bis jetzt noch nicht gemeldet

Rund 200 Mitglieder haben der Awo nach den Querelen der Vergangenheit zuletzt den Rücken gekehrt. Die verbliebenen rund 300 Mitglieder zahlen 60 (ermäßigt 30) Euro Beitrag im Jahr. Der Altersdurchschnitt ist hoch. Vorsitzender Norbert Friedrich: „Wir müssen mittelfristig unsere Angebote auch für Jüngere attraktiver gestalten, wenn wir überleben wollen.“

Friedrich kann die neue Aufregung nicht nachvollziehen. „Unsere Finanzlage lässt diese Entscheidung zu. Es gibt viele Mitglieder, die nur über ein kleines Einkommen verfügen. Von denen können wir nicht verlangen, dass sie rückwirkend einen kompletten Jahresbeitrag nachzahlen.“ Bareinzahler hätten sich bis jetzt noch nicht gemeldet, sollten sie das tun, müsse man überlegen, wie man damit umgehe.

Die Awo Büderich könne auf das Geld verzichten, da der Ortsverein noch über ein ansehnliches Guthaben von über 40 000 Euro verfüge, das durch kleine Überschüsse – etwa den Büchermarkt – eher noch steige. „Wir haben ja bis auf die Abgaben an den Kreisverband keinerlei Ausgaben, da wir die Begegnungsstätte mietfrei nutzen können“, sagt Friedrich, der das Geld vorzugsweise als zweckgebundene Rücklage für eine Sanierung der maroden Immobilie nutzen möchte. „Spätestens 2013 muss hier was passieren. Wenn man zu heftig pustet, fallen bald die Wände um“, sagt der Vorsitzende über das Haus am Kapittelsbusch.

Mit dem Kreisverband in Mönchengladbach stünden die Büdericher kurz davor, alles schriftlich zu fixieren. „Das ist im Prinzip in trockenen Tüchern, da fehlt nur noch die Unterschrift“, sagt Friedrich. In der rechtlich verbindlichen Vereinbarung seien nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte verankert, betont er. Für den Moment wünscht sich der Vorsitzende aber vor allem eines: „Ruhe im Laden. Und einen echten Neuanfang.“

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