Die Stadtbediensteten machen auf Nouvelle Cuisine. Dennoch bleibt Prinz Günter dank einer List am Ende siegreich.

Altweiber
Das hätte dem Stadtoberhaupt doch komisch vorkommen müssen: Der Umzugsdienst der KG Kött on Kleen rückt an.

Das hätte dem Stadtoberhaupt doch komisch vorkommen müssen: Der Umzugsdienst der KG Kött on Kleen rückt an.

Ein weiser Philosoph hat sich seine Lebensweisheit aufs T-Shirt drucken lassen.

Geschafft: Liv und Pascal haben Bürgermeister Dieter Spindler ausgetrickst und den Rathausbalkon besetzt.

Kirchholtes, Bild 1 von 3

Das hätte dem Stadtoberhaupt doch komisch vorkommen müssen: Der Umzugsdienst der KG Kött on Kleen rückt an.

Büderich. Man sei mit Pfannen bewaffnet, warnt Bürgermeister Dieter Spindler das närrische Volk, das sich Donnerstag um 11.11 Uhr schunkelnd vor dem Rathaus versammelt hat, um das Gebäude zu stürmen. Aber halt, ist das weiße Gebäude auf der Dorfstraße tatsächlich das richtige Ziel der Attacke?

Auf einem großen Schild steht doch: „Großküche Meerbusch, heute im Angebot: Quatsch mit Soße“. Und auf dem Balkon tummeln sich nicht seriöse Verwaltungsbeamte, sondern jede Menge Köche mit weißen Kitteln und hohen Kochmützen, auf denen „Gerüchteküche“ steht.

Schlaue Sprüche wie „Bier kaltstellen ist irgendwie auch kochen“ oder „Ich gebe überall meinen Senf dazu“ lassen jedoch an der Ernsthaftigkeit des Koch-Teams zweifeln. Sind die Narren hier richtig? „Die Tür ist zu. Wir haben Maurer, Schlosser und Glaser beauftragt, das Gebäude zu sichern“, ruft Spindler. Er schätze, dass das Gebäude bis 12.11 Uhr einem Angriff standhalte. Ob er da wohl recht behält?

Freiwillig räumt Dieter Spindler nicht das Feld

Das närrische Volk johlt und lacht. Die Tanzgarde der Karnevalsgesellschaft Kött on Kleen lädt zu einem kleinen Tänzchen ein. Da erobert sich Prinz Günter III. von Kött on Kleen das Mikrofon und schlägt dem Bürgermeister vor, in seiner letzten Amtszeit die Narren doch einfach mal so ins Rathaus zu lassen.

Doch weit gefehlt. Darauf lässt sich Spindler nicht ein. Da erinnert sich Prinz Günter an eine Order Spindlers vom 11. 11. 2013, mehrere Umzugskartons ins Rathaus zu liefern.

Schon rollt der Lieferwagen mit der Aufschrift „Umzüge – Kurz und Klein“ an. Männer in blauen Arbeitsanzügen steigen aus und heben zwei schwere Kartons heraus. Mit einem kräftigen Fußtritt stößt der Prinz ein großes Loch in die vermauerte Tür des Rathauses und schafft so eine Lücke für die Umzugshelfer, die ihre Fracht bis auf den Rathausbalkon bugsieren.

Zur Freude der Narren entsteigen Kinderprinz Pascal und Prinzessin Liv den Kartons und schnappen sich den Schlüssel des Rathauses. Die Beute stolz in die Höhe gereckt, lassen sie sich von den Narren feiern, die jetzt mit Jubel, Trubel, Heiterkeit in die fünfte Jahreszeit starten können. Ob Clown, Pater, Hexe oder Indianer, jeder ist bei der großen Narrenfeier im Zelt hinter dem Rathaus willkommen, das schnell rappelvoll ist.

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