In einer kleinen Grünanlage am Rathaus wurde der Wiegandweg eingeweiht.

Kunst
Seit Samstag kann die an das Künstlerpaar Wiegand erinnernde Skulptur begutachtet werden.

Seit Samstag kann die an das Künstlerpaar Wiegand erinnernde Skulptur begutachtet werden.

Büntig

Seit Samstag kann die an das Künstlerpaar Wiegand erinnernde Skulptur begutachtet werden.

Kaarst. Wenn an einem Samstagmittag rund 1800 Menschen zur Einweihung eines Kunstwerkes zusammenkommen, muss es sich schon um eine bedeutende Angelegenheit handeln. Punkt 12 Uhr eröffnete Bürgermeister Franz-Josef Moormann den Wiegandweg und würdigte damit zum ersten Mal Kaarster Künstler mit einem Straßennamen.

Dass Kaarst ein guter Ort ist, um als bildender Künstler zu arbeiten und zu leben, ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Zahlreiche Ausstellungen haben ihren Platz im Terminkalender, Kunstwerke gehören wie selbstverständlich zum Stadtbild.

Mit dem Rathausneubau Anfang der 90er Jahre wurde auch das Stelenprojekt rund um das Rathaus umgesetzt. Bei der Erarbeitung war die Kaarster Künstlerin Martel Wiegand federführend dabei, und auch im Rathaus zeigen Werke wie das Vogelnest Spuren ihrer Arbeit. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Gottfried Wiegand lebte und arbeitete sie nahe des Stadtzentrums und zog dort auch ihre drei Kinder groß. Der Einfluss dieses Paars auf die Kaarster Kunstszene wirkt bis heute.

Martinuskunstweg im Norden nimmt Stelenkonzept auf

Die Idee, diesen beiden Ausnahmekünstlern, die trotz ihrer internationalen Erfolgen stets ihre Kaarster Heimatstadt zum Lebensmittelpunkt machten, öffentlich Anerkennung zu zollen, hatte Kulturmanager Klaus Stevens bereits vor einigen Jahren. Die Umsetzung rückte mit dem Martinuskunstweg im Kaarster Norden, der das Stelenkonzept aufnahm, näher.

Stevens suchte einen geeigneten Standort für eine Stele mit einem Kunstwerk, das an das Ehepaar Wiegand erinnern sollte, und fand diesen „Am Dreieck“, einer kleinen Grünanlage nahe dem Rathaus. Mit den Kindern des Künstlerehepaares, Suse und Jan Wiegand, die beide bildende Künstler sind, entwickelte Stevens das Werk, das eines der beliebtesten Motive von Martel Wiegand aufnahm: den „Falter/Flieger“.

In zwei Metern Höhe scheint die filigrane Plastik aus Stahlplatten mit dem treffenden Namen „Unterwegs“ nur für einen Moment auszuharren, um sich dann in die Lüfte zu erheben. „Wir fanden, dass eine voluminöse Plastik nicht dem Lebenswerk von Martel Wiegand entsprochen hätte, sie arbeitete gern mit leichten Materialien“, erklärt Klaus Stevens. Der Wiegandweg stellt nun die Verbindung des Martinuskunstwegs zum Stelenpark am Kaarster Rathaus her.

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