Kurz vor der entscheidenden Abstimmung werden noch schnell ein paar JU-ler herbeigerufen, um das Ergebnis nicht zu gefährden. Mit sieben Stimmen Vorsprung befördert der 23-jährige JU-Vorsitzende die langjährige CDU-Fraktionschefin ins politische Abseits. Ein kühl kalkulierter Schachzug, der tief blicken lässt. Denn an einem Strang ziehen die Kaarster Christdemokraten schon lange nicht mehr. Der Fraktionschefin ist es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, diese Gräben zu überwinden. Doch eine derartige Abstrafung hat sie nicht verdient.

Zu ahnungslos und arglos hat sich Zillmer offensichtlich der Wahl gestellt. Die Spitze um den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Lars Christoph und Ingo Kotzian ist offenbar mit anderen Wassern gewaschen. Natürlich hat die CDU bei der Jugend Nachholbedarf. Folglich ist es sinnvoll, mit einer verjüngten Mannschaft in den Kommunalwahlkampf zu ziehen. Stillos ist das Verfahren, wie man langjährige Parteifreunde aus der politischen Arbeit ausschließt. Wer in den neuen Stadtrat will, muss sich offensichtlich mit den Strippenziehern im Hintergrund gut stellen. Dorothea Zillmer ist bei diesem Machtkampf die Unterlegene.

Die Partei nach vorn zu bringen und personelle Veränderungen sind die eine Sache. Doch Modernität zeichnet sich auch durch einen offenen, kommunikativen Umgang miteinander aus. Das hat hier gefehlt.

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