Ausschuss: Weil das alte Gebäude an der Kölner Straße nicht ausreicht, siedelt die Kita um.

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Mit dem Neubau an der Lichtenvorderstraße wird die Grundschule erweitert.

Mit dem Neubau an der Lichtenvorderstraße wird die Grundschule erweitert.

Georg Salzburg

Mit dem Neubau an der Lichtenvorderstraße wird die Grundschule erweitert.

Kaarst. Die Grundschule Lichtenvorderstraße in Büttgen erhält einen Anbau, in den die Kindertagesstätte der Kölner Straße umziehen soll. Ein Grund dafür ist, dass das jetzige Gebäude sich nur schwer für U3-Standards umbauen lassen würde. Das hat der Jugendhilfeausschuss am Dienstagabend entschieden.

Die Planungskosten betragen 50000 Euro

Das Jugendamt hat deshalb vorgeschlagen, eine neue Kindertagesstätte zu bauen, die die Anforderungen für U3-Gruppen mit einbezieht.

Die Verwaltung soll nun einen Architekten mit den Bauplänen beauftragen und die 50000 Euro Planungskosten in den Haushalt 2011 aufnehmen. Ziel ist, den Anbau bis zum 31.Dezember 2013 fertigzustellen. Er wird 1,2 bis 1,5 Millionen Euro kosten. Geplant ist, dass die Bauarbeiten im Herbst 2012 beginnen.

Zwei U3-Gruppen werden in der neuen Kindertagesstätte angesiedelt. Die Stadt muss bis 2013 etwa 310 Betreuungsplätze für unter Dreijährige anbieten, beantragt sind 72 Gruppen. Momentan bieten fünf Tagesstätten in Kaarst eine U3-Betreuung an.

Die Schwierigkeiten mit dem Standort an der Kölner Straße sind vielfältig. Ein Punkt ist, dass dort U3-Gruppen eingerichtet sind, diese haben allerdings nur eine vorläufige Betriebserlaubnis. Um eine langfristige zu bekommen, müssen Vorgaben des Landesjugendamtes Rheinland erfüllt werden. Dazu zählt ein größerer Sanitärbereich, die Gruppen- und Schlafräume müssten miteinander verbunden sein und es müsste eine Wickel- und Duschkombination vorhanden sein. Vor allem der Ausbau des Sanitärbereichs wäre problematisch, da er nur halb so groß ist wie gefordert.

Das Haus an der Kölner Straße müsste saniert werden

Bis 2013 müssen 32Prozent aller Betreuungsplätze für unter Dreijährige ausgebaut werden.

Es gibt insgesamt 55Betreuungsgruppen, die katholische Kirchengemeinde will demnächst zwei schließen.

59Gruppen werden benötigt, um die 32Prozent U3-Plätze zu erreichen.

Das Haus ist allgemein in keinem guten Zustand, wie die Jugendamtsleiterin Ute Schnur im Ausschuss bemängelte. Es sei in den 70er Jahren gebaut worden, das mache sich an der Bausubstanz bemerkbar.

Der Bodenbelag löst sich, die Fußbodenheizung ist oft defekt und das ganze Haus ist nicht ausreichend wärmeisoliert, weshalb die Stadt in die Sanierung des Gebäudes investieren müsste. Das Haus gehört allerdings der evangelischen Kirche, somit würde das Geld in fremdes Eigentum fließen.

Die Kirche hatte die Trägerschaft 2005 aus finanziellen Gründen an die Stadt abgegeben. Ab Mitte 2011 müsste dort Miete gezahlt werden, weil die evangelische Kirchengemeinde sich finanziell nicht mehr in der Lage sieht, das Gebäude kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Da die Kita bis zum Umzug an der Kölner Straße bleiben wird, muss die Stadt die Mietkosten im Haushalt einplanen.

Pädagogische Vorteile durch die räumliche Nähe

Durch die Umsiedlung sollen sich auch räumliche und pädagogische Vorteile ergeben. "Die Kinder bleiben vom Kindergarten bis zum Ende der Grundschule in ihrem sozialen Umfeld, das fördert auch lange Freundschaften", sagt Schnur. Durch die räumliche Nähe sollen die in der Kindertagesstätte begonnenen Bildungsprozesse in der Grundschule fortgesetzt werden.

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