Betroffen von den Voll- und Teilsperrungen wären Fußgänger und Autofahrer.

Kaarst. Für Pendler mit der Regiobahn könnte es im kommenden Jahr zeitweise schwierig werden, nach Neuss, Düsseldorf oder Mettmann beziehungsweise auch wieder nach Hause zu kommen. Der Neubau der Fußgängerbrücke über den Nordkanal am Haltepunkt Kaarst-Mitte/Holzbüttgen könnte eine Vollsperrung des Übergangs mit sich bringen. Von Kaarster Seite aus wäre der Weg also versperrt. Die Stadtverwaltung rechnet mit einem Zeitraum von mindestens drei Wochen. Ebenso könnte es zu einer zeitweisen Teilsperrung der Neersener Straße (L390) kommen. Ob und inwiefern, so der Technische Beigeordnete Manfred Meuter auf Anfrage, hänge von der Arbeitsweise des ausgewählten Bauunternehmens ab. Der Auftrag wird aktuell ausgeschrieben.

Bei Kontrolle Faulstellen an tragenden Pfeilern entdeckt

Die bestehende Holzbrücke ist morsch. Bei einer Routinekontrolle wurden Faulstellen an den tragenden Pfeilern entdeckt, für Standsicherheit sorgt derzeit eine Hilfsabstützung. Für den notwendigen Neubau beschloss der Bau- und Umweltausschuss (Buna) im Mai, neben Angeboten für eine Holzbauweise auch alternative Materialien – auch in Kombination – in Betracht zu ziehen. Die Verwaltung stellte auf diesen Wunsch hin eine Preisabfrage an zehn Firmen, Angebote von fünf Betrieben liegen vor. Eine Kombination von Stahl und Holz wie beim Brückenneubau über die Kreisstraße K4 zwischen Holzbüttgen und dem Georg-Büchner-Gymnasium wird favorisiert. Sogenannte Flügelmauern aus Stahl, wie sie auch bei Autobahnbrücken errichtet werden, würden die Holzpfeiler im Nordkanal ersetzen. Mit einem Preis von 1000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche ist die Kombination auch die finanziell günstigste Lösung. Bei Aluminium als Baumaterial rechnet man mit 1250 Euro, bei Holz gar mit 3000 Euro.

Die rund 25 Meter lange und drei Meter breite Brücke würde größtenteils außerhalb gebaut. Ihr Einbau ließe sich in wenigen Stunden abwickeln und würde wahrscheinlich in der Nacht stattfinden. Um mit einem Kran zu arbeiten, müsste zudem eine Fahrspur der L390 gesperrt werden. Dies könne nur in der verkehrsarmen Zeit zwischen 20 Uhr und 5 Uhr morgens geschehen, heißt es nach einer Absprache zwischen städtischem Ordnungsamt und dem Landesbetrieb Straßen. Der Bau der Flügelmauern allerdings könnte die mehrere Wochen andauernde Vollsperrung des Übergangs nach sich ziehen. Eine Ersatzbrücke einzurichten ist aus Verwaltungssicht zu kostenaufwendig. Nicht auszuschließen sind letztlich auch Auswirkungen auf den Betrieb der Regiobahn. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich im Sommer 2015 stattfinden. Man rechnet mit Kosten von 145 000 Euro.

Im Rahmen der Angebotsausarbeitung ist die Stadt zu der Erkenntnis gekommen, dass der Haushaltsansatz nicht ausreicht, um die Maßnahme auszuschreiben. Zusätzliche 27 722 Euro wurden vom Rat freigegeben.

Die weiteren Mittel werden aus zwei anderen Haushaltsstellen bereitgestellt. Die Vorgehensweise ist mit der Rechnungsprüfung abgestimmt.

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