Ausschuss will am Mittwoch über die Bebauung Berliner Platz in Büttgen entscheiden.

Bürgermeister Franz-Josef Moormann: „Wenn man den Beschluss aufschiebt, schiebt man alles auf.“
Bürgermeister Franz-Josef Moormann: „Wenn man den Beschluss aufschiebt, schiebt man alles auf.“

Bürgermeister Franz-Josef Moormann: „Wenn man den Beschluss aufschiebt, schiebt man alles auf.“

Der Berliner Platz heute: Auf der westlichen Seite soll ein Rewe-Supermarkt mit 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche gebaut werden.

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Bürgermeister Franz-Josef Moormann: „Wenn man den Beschluss aufschiebt, schiebt man alles auf.“

Kaarst. Der Stadtentwicklungs-, Planungs- und Verkehrsausschuss (PVA) will die Planungen „SB-Frischemarkt Berliner Platz“ in seiner Sitzung am Mittwoch um 19 Uhr ein großes Stück voranbringen. Planerische Grundlage ist die Konzeption des Kaarster Investors Winterling mit dem Neusser Planungsbüro Wienstroer, die von der Verwaltung favorisiert wird und eine westliche Bebauung des Platzbereichs vorsieht. Die WZ sprach mit Bürgermeister Franz-Josef Moormann über das Vorhaben.

WZ: Herr Moormann, im Planungsausschuss (PVA) werden heute die Varianten für den Berliner Platz vorgestellt. Was wird beschlossen?

Moormann: Es geht darum, dass wir ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt haben, um herauszufinden, wer bereit ist, tatsächlich am Berliner Platz zu investieren. Nachdem wir von sechs Projektträgern drei ausgewählt haben, wird sich der PVA heute für einen entscheiden. Das ist das Kerngeschäft des PVA. Folgt der Ausschuss dem Verwaltungsvorschlag, und davon gehe ich aus, wird das der Entwurf von Winterling/Wienstroer sein.

WZ: Kritiker sprechen von einem Täuschungsmanöver. Es werde mit dem Berliner Platz nur eine kurzfristige Lösung geschaffen, wenn der Kaiser’s Markt an der Luisenstraße 2016 schließt. . .

Moormann: Wir sehen das nicht so. Den Vorwurf von Täuschung kann ich nicht nachvollziehen, der entbehrt jeder Grundlage. Wir haben den Planungsprozess über mehrere Jahre betrieben. Es war mir ein großes Anliegen, alle einzubeziehen. Man muss aus den vorhandenen Möglichkeiten das Beste machen, und das Ergebnis muss nachbarschaftstauglich sein. Der Berliner Platz ist eine langfristige Lösung.

WZ: Die Fronten sind verhärtet. Gab es zwischenzeitlich Gespräche mit der Bürgerinitiative?

Moormann: Wir haben in der Vergangenheit miteinander gesprochen. Die Initiative war bei den Öffentlichkeitsveranstaltungen. Die dritte wurde von der Gruppe selbst durchgeführt. Das Problem ist, wir sind unterschiedlicher Meinung. Das kann nur demokratisch aufgelöst werden, und diese Entscheidung trifft der PVA.

WZ: Wie sieht der Zeitplan für einen Supermarkt am Berliner Platz aus?

Moormann: Die Verfahren laufen parallel. Nach der heutigen Ausschussentscheidung wird der Entwurf für die Bauleitplanung erarbeitet. Nachbarschaftsbelange und die Verkehrserschließung müssen geprüft werden. Wir streben den Satzungsbeschluss um die Jahreswende an, Baubeginn könnte dann kurz danach sein. Ende 2015 wird als Eröffnungstermin angepeilt.

WZ: Die Bürgerinitiative „Wir in Büttgen“ hat mit dem Planer Schoofs einen Investor präsentiert, der an der Birkhofstraße Supermarkt, Discounter und Drogeriemarkt errichten will. Muss jetzt nicht neu überlegt werden?

Moormann: Ich denke nein, weil wir diese Frage, wo der neue Nahversorger hin soll, auf Basis des Fachentwicklungsplans Einzelhandel bearbeitet haben. Das ist eine Fachexpertise, die den Zielen eines guten Städtebaus entspricht. Das Geschäftszentrum am Technischen Rathaus soll zusammengehalten und weiter gestärkt werden.

WZ: Warum liegt die Birkhofstraße nicht im zentralen Versorgungsbereich?

Moormann: Der zentrale Versorgungsbereich ist darauf ausgerichtet, alle Waren in einem überschaubaren Bereich darzustellen. In dem Feld Birkhofstraße dominiert das Geschäftsleben ganz faktisch nicht.

WZ: Was spricht gegen den Standort an der Birkhofstraße?

Moormann: Der Standort Birkhofstraße stabilisiert nicht das Geschäftsleben am Rathausplatz. Die Kunden bevorzugen kurze Wege.

WZ: Welche Aussicht auf Erfolg hat ein Bürgerantrag, der am heutigen Mittwoch in der Sitzung vorgestellt werden soll und die Büttger nach ihrem bevorzugten Standort fragt. . .

Moormann: Ich habe den Bürgerantrag am Dienstagmittag erhalten und habe ihn an den Ausschussvorsitzenden weitergeleitet. Der PVA wird über den Antrag beraten. Bürgerbefragungen sind immer ein Beitrag, den man durchführen kann. Die Aussagekraft ergibt sich allerdings nicht immer. Wie hoch ist die Rücklaufquote? Wie werden die Fragen gestellt? Es wird dadurch nicht automatisch eine Entscheidung vorgeprägt. Es ist ein Beitrag von vielen.

WZ: Also wird heute entschieden?

Moormann: Wenn man den Beschluss aufschiebt, schiebt man alles auf. Das würden die Büttger nicht verstehen, jetzt wo Kaiser’s am Rathausplatz geschlossen ist.

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