Aus drei evangelischen Gemeinden ist seit Neujahr eine geworden.

zusammenschluss
Pfarrer Ulrich Caspers, Werner Hoffmann, Superintendent Hermann Schenk und Carsten Schraml (v.l.).

Pfarrer Ulrich Caspers, Werner Hoffmann, Superintendent Hermann Schenk und Carsten Schraml (v.l.).

Reinelt

Pfarrer Ulrich Caspers, Werner Hoffmann, Superintendent Hermann Schenk und Carsten Schraml (v.l.).

Kaarst. Am Sonntag feierte die neu zusammengeschlossene evangelische Kirchengemeinde in Kaarst ihren ersten gemeinsamen Gottesdienst. Dazu kamen Gemeindemitglieder aus allen Stadtteilen in der Johanneskirche Büttgen zusammen. Das Gotteshaus war voll besetzt.

„Es haben auch einige Kaarster den Weg über den Nordkanal angetreten“, freute sich Carsten Schraml. Der Pfarrer der ehemaligen Kirchengemeinde Kaarst weiß, dass es nicht jedem leicht fällt, in den Süden der Stadt zu fahren.

Kritik an der Fusion der Kirchengemeinden Kaarst, Büttgen und Holzbüttgen aus den Reihen ihrer Mitglieder war in den vergangenen Tagen allerdings nicht zu hören. Bereits an den beiden Weihnachtsfeiertagen wurden die Gottesdienste zusammen gefeiert.

Das Besondere in jedem Ortsteil soll erhalten bleiben

„Festgottesdienste wie zu Pfingsten möchten wir zukünftig gerne zusammen veranstalten“, sagte Büttgens Pfarrer Werner Hoffmann. „Aber wir möchten natürlich das Besondere in jedem einzelnen Ortsteil weiterhin erhalten“, ergänzt Schraml.

Die beiden Pastoren werden gemeinsam mit Ulrich Caspers aus Holzbüttgen die Kanzeln in der Johannes-, Lukas- und Auferstehungskirche abwechselnd besetzen, doch jeder bleibt in seiner Heimat erster Ansprechpartner.

„Der Zusammenschluss darf nicht nur strukturell vollzogen werden.“

Superintendent Hermann Schenk

Die Predigt beim Gottesdienst hielt der Superintendent des Kirchenkreises Gladbach-Neuss, Hermann Schenk. „Wir müssen die Fusion als geistliche Gestaltungsweise sehen. Der Zusammenschluss darf nicht nur strukturell vollzogen werden, sondern auch im Glauben an den menschlichen Gott“, sagte Schenk.

Der Pfarrer gab der Gemeinde mit auf den Weg, die weihnachtliche Botschaft über das ganze Jahr zu verbreiten. „Nicht mit dem Tannenbaum, aber mit dem Licht des menschenfreundlichen Gottes“, sagt Schenk.

Im gesamten Kirchenkreis Gladbach-Neuss wird eine engere Zusammenarbeit unter den einzelnen Gemeinden angestrebt. Schließlich sinken überall die Mitgliederzahlen und damit auch die Kirchensteuereinnahmen.

Die nächste Synode will ein Kooperationsnetzwerk beschließen. „Damit sollen die wichtigsten Aufgabenbereiche innerhalb der Gemeinde, vor allem die Jugendarbeit und die Kirchenmusik, erhalten bleiben“, erklärte Schenk.

Die evangelische Kirchengemeinde in Kaarst mit ihren rund 10 000 Mitgliedern ist durch ihre Fusion dem schon einen Schritt voraus. Ihre nächste Aufgabe wird es sein, die Pfarrstelle von Ulrich Caspers neu zu besetzen. Er tritt im November in den Ruhestand.

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