Ein neues Wohnheim für Suchtkranke ist am Freitag in Kaarst feierlich eingeweiht worden.

Wilfried Gaul-Canjé (stehend li.) und Regine Schroers (stehend r.) mit Bewohnern in den neuen Räumen.
Wilfried Gaul-Canjé (stehend li.) und Regine Schroers (stehend r.) mit Bewohnern in den neuen Räumen.

Wilfried Gaul-Canjé (stehend li.) und Regine Schroers (stehend r.) mit Bewohnern in den neuen Räumen.

Salzburg

Wilfried Gaul-Canjé (stehend li.) und Regine Schroers (stehend r.) mit Bewohnern in den neuen Räumen.

Kaarst. Immer, wenn sich die Eltern von Andreas stritten, griff der Vater zur Flasche. Schon früh musste er Verantwortung übernehmen. Als Andreas 14 Jahre alt war, trank er zum ersten Mal ein Glas Bier. Später kostet ihn der Alkohol nicht nur seinen Job, sondern auch seine Ehe. Immer wieder versuchte Andreas, das Trinken zu lassen, immer wieder versagte er. Heute lebt er in einem Wohnheim für süchtige Menschen und ist seit zwei Jahren trocken.

„So oder so ähnlich sieht die Geschichte vieler Bewohner unseres Wohnheims aus“, sagte Regine Schroers, Einrichtungsleiterin des Wohnverbandes St. Alexius, bei der Einweihung des Hauses St. Matthias am Freitag in Kaarst. Zur Segnung des Wohnheims für Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen waren Nachbarn, Politiker, Geistliche und Bewohner in den neuen Räumen zusammengekommen.

Helle Räume und moderne Möbel machen das neue Wohnheim aus

Mit dem Bau war im Juli 2010 begonnen worden. Im November konnte Richtfest gefeiert werden. Seit August 2011 wohnen 16 Menschen im St. Matthias-Haus, acht im angeschlossenen Mietshaus. Zuvor waren die Männer und Frauen zwischen 25 und 75 Jahren bereits seit Jahren im St. Alexius-Krankenhaus in Neuss untergebracht. Dort waren die Verhältnisse jedoch beengt und wenig gemütlich.

In Kaarst ist das anders: Die Räume sind hell und modern eingerichtet, kleine Accessoires schaffen Wohnatmosphäre. Überall gibt es ruhige Ecken, um miteinander ins Gespräch zu kommen oder sich auszuruhen. „Dieses Haus ist von vornherein Teil der Gemeinde gewesen und vervollständigt sie“, sagte Bürgermeister Franz-Josef Moormann. Bewusst hatten die Verantwortlichen der St. Augustinus-Behindertenhilfe den Standort an der Heinrich-Lübke-Straße gewählt. „Das hier soll für die Bewohner ein Zuhause mitten in der Gesellschaft sein“, betonte Wilfried Gaul-Canjé, Geschäftsführer der Behindertenhilfe. Zarte erste Bande seien auch bereits mit den Nachbarn geknüpft worden.

Im Haus St. Matthias, das für 1,5 Millionen Euro errichtet wurde, leben Alkoholkranke, die intensiv betreut werden. Im Mietshaus, dessen Bau 915 000 Euro gekostet hat, wohnen die Erkrankten selbstständiger und werden ambulant betreut. „Sie leben ihr Leben und wir begleiten sie dabei. Sie bekommen nur Unterstützung, wenn sie es brauchen“, sagte Gaul-Canjé. Mitfinanziert wurde das Projekt unter anderem durch Mittel des Landes und die Aktion Mensch.

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