Im Wahlkreis 6 wurde für Dorothea Zillmer der 23-jährige Vorsitzende der Jungen Union, Sven Ladeck, gewählt.

Versammlung
Dorothea Zillmer bei der Versammlung des Kaarster CDU-Ortsverbands am vergangenen Mittwoch.

Dorothea Zillmer bei der Versammlung des Kaarster CDU-Ortsverbands am vergangenen Mittwoch.

Büntig

Dorothea Zillmer bei der Versammlung des Kaarster CDU-Ortsverbands am vergangenen Mittwoch.

Kaarst. Schnell war am Mittwochabend auch der letzte Platz im Saal des „Deutschen Hauses“ im alten Dorf besetzt. 97 stimmberechtigte Parteimitglieder waren gekommen, um ihre Kandidaten für die bevorstehende Kommunalwahl zu nominieren.

Der Parteivorstand hatte im Vorfeld der Versammlung eine ungewöhnliche Konstellation zu bewältigen: Es gab mehr Bewerber als Wahlkreise und so hatte der Vorstand seine Wunschkandidaten für die zwölf Wahlbezirke aus 16 Bewerbern herausgefiltert. „Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, so Ingo Kotzian. Man habe jedoch eine gute Mischung gefunden. So war schon vor Beginn der Versammlung klar, dass es zu Stichwahlen kommen würde.

Für den Wahlbezirk 1, der bisher von Elisabeth Füßgen vertreten wurde, war die erste Stichwahl notwendig. Die CDU- und JU-Geschäftsführerin Nadine Graber bewarb sich und wurde mit 57 Stimmen nominiert, Füßgen erhielt 38 Stimmen. Auch der Wahlkreis 3, den Heinrich Leßmann 45 Jahre lang betreute, wurde per Stichwahl neu besetzt. Dort setzte sich ebenfalls der Wunschkandidat des Vorstands durch: mit 70 gültigen Stimmen sicherte sich Brigitta Thönnissen die Mehrheit, der von Lehmann vorgeschlagene Heinrich Müller konnte nur 26 Mitglieder für sich gewinnen. Der ehemalige Bürgermeistervertreter verzichtete auf seine erneute Aufstellung. Marcel Finger wird den Wahlkreis 10 übernehmen und damit anstelle von Bodo Korzeniewsky kandidieren, der nicht mehr antritt.

Betroffenheit machte sich breit, als der Vorstand seinen Kandidaten für den Wahlkreis 6 präsentierte. Obwohl die CDU-Fraktionsvorsitzende Dorothea Zillmer dort bei den vergangenen Kommunalwahlen über 50 Prozent der Stimmen holen konnte, wurde sie nicht als Kandidatin vorgeschlagen. „Vor allem die unüberwindbaren Kommunikationsprobleme zwischen Fraktion und Partei gaben den Ausschlag, Frau Zillmer nicht zu nominieren“, erklärte Kotzian. Die Parteispitze wollte den JU-Chef Sven Ladeck an ihrer Stelle sehen. So traten also zwei Kandidaten an, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die erfahrene und verdiente Rechtsanwältin Zillmer und der 23-jährige Kfz-Mechatroniker Ladeck, der gerade auf dem Spee-Kolleg sein Abitur macht.

Zillmer plädierte an ihre Parteifreunde, im Interesse des Parteiziels, einer absoluten Mehrheit, zu handeln und dabei auf ihre Beliebtheit in der Bevölkerung zu setzen. „Trotz mancher Auseinandersetzung in der Vergangenheit sollte eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Fraktion und Partei möglich sein“, meinte sie kämpferisch. Auch Bürgermeister Franz-Josef Moormann brach eine Lanze für Zillmer: „Es geht in dieser Abstimmung nur darum, für einen Kandidaten zu stimmen. Keiner gibt eine Stimme gegen einen ab.“

Das Alter von Ladeck bereitete einigen Parteimitgliedern Probleme, sie fragten ihn, ob er mit seiner Kandidatur für ein Direktmandat nicht warten könne. Für ihn jedoch erhob der stellvertretende JU-Chef Christian Götzen das Wort: „Ich kann mir keinen besseren Kandidaten vorstellen.“

Dieser Meinung waren auch 57 der 97 Mitglieder, die für Ladeck stimmten. Nun könnte dieses Ergebnis nur noch auf der Stadtverbandssitzung in der kommenden Woche verändert werden. Dann muss die Wahl noch von allen Kaarster CDU Mitgliedern bestätigt werden. Zudem wird der Stadtverband dann die Reserveliste aufstellen.

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