400 Schüler sind erstaunlich aufmerksam.

Interessiert beteiligen sich die Kaarster Realschüler an der Diskussion über Umwelt, Globalisierung und Fairen Handel.
Interessiert beteiligen sich die Kaarster Realschüler an der Diskussion über Umwelt, Globalisierung und Fairen Handel.

Interessiert beteiligen sich die Kaarster Realschüler an der Diskussion über Umwelt, Globalisierung und Fairen Handel.

Ingel

Interessiert beteiligen sich die Kaarster Realschüler an der Diskussion über Umwelt, Globalisierung und Fairen Handel.

Kaarst. Kein Getuschel, kein Gelächter. Erstaunlich aufmerksam verfolgen die fast 200 Neunt- und Zehntklässler der Realschule den Ausführungen von Björn Wiele auf dem Podium. Schnell hat der es geschafft, die Aufmerksamkeit der Schüler zu gewinnen. „Wir sind heute hier in der Aula mal die sieben Milliarden Menschen auf der Erde“, sagt er und fordert die Jugendlichen auf, sich hinzustellen. Dann sollen sich alle wieder setzen – bis auf die zwischen Juni und August Geborenen. „Ihr habt Glück, denn Ihr repräsentiert das reiche Viertel auf dieser Welt. Nur: Ihr verbraucht Dreiviertel der Ressourcen auf diesem Globus“, sagt Wiele. Jetzt wissen die Schüler, wo der Hase langläuft.

Die bundesweite Bildungskampagne „Fair Future II“ war am Donnerstag in der Realschule an der Halestraße zu Gast. Finanziell unterstützt durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW und in Kooperation mit weiteren Partnern versuchen Repräsentanten des Vereins Multivision, Schüler für die Auswirkungen von Globalisierung, Ressourcenverbrauch und Klimawandel zu sensibilisieren. 100 000 Schüler sollen allein in NRW erreicht werden, weitere in Deutschland wurden zuvor bereits durch „Fair Future I“ mit der Thematik konfrontiert.

Nach Wieles Anmoderation sahen die Jugendlichen noch einen modern aufbereiteten Film, im Anschluss gab es eine offene Diskussion. Vor den älteren waren am Donnerstag bereits 200 jüngere Schüler der Klassen sieben und acht an der Reihe. „Die haben sich rege an der Diskussion beteiligt“, berichtet Wiele. „Bei der Frage, was man selbst für die Umwelt tun könne, kamen sehr gute Vorschläge – etwa ausrangierte Kleidung dazu zu benutzen, neue anzufertigen“, fährt der Politikwissenschaftler fort.

Realschüler sparen nicht mit Applaus für Aufklärungsfilm

„Wir geben mehr Geld für Abmagerungskuren aus als für notwendige Ernährungsprogramme Hungernder“, sagt Marion Lieser, Geschäftsführerin der Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam, in dem Film. In einer anderen Szene wird dem Zuschauer drastisch vorgeführt, wie unsere Versäumnisse die nachfolgende Generation treffen: Vater und Sohn werfen einen Bumerang, verlieren ihn aus den Augen und das Fluggerät trifft das Kind mit Wucht von hinten am Kopf, so dass es umfällt.

Tosender Applaus nach dem Abspann von den Realschülern, die Wiele anschließend noch mit vielen Fragen löchern und offenbar verstanden haben, worum es den Organisatoren von „Fair Future“ geht.

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