Anfang 2017 sollen die Bahnen bis zum Wuppertaler Hauptbahnhof fahren. Doch der Projektleiter rechnet mit Schwierigkeiten.

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Eine moderne Gleisbaumaschine verlegt Schienen und Schwellen auf der neuen Regiobahnstrecke. Fotos (2): DJ

Eine moderne Gleisbaumaschine verlegt Schienen und Schwellen auf der neuen Regiobahnstrecke. Fotos (2): DJ

Prominente Helfer (v.l.): Christian Will, Stephan Keller, Thomas Hendele, Bernd Günther, Hans-Jürgen Petrauschke und Peter Jung packten Donnerstag mit an.

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Eine moderne Gleisbaumaschine verlegt Schienen und Schwellen auf der neuen Regiobahnstrecke. Fotos (2): DJ

Kaarst/Mettmann. Die Regiobahn GmbH hat Donnerstag offiziell die Streckenverlängerung vom Haltepunkt Mettmann-Stadtwald nach Dornap-Hahnenfurth mit dem obligatorischen Spatenstich gefeiert. Allerdings sind Arbeiter der Firmen Wittfeld und Eiffage Rail aus Bochum schon seit Anfang September im Einsatz. Und zwar mit einem großen Maschinenpark: Kettenbagger, Zweiwegebagger, Walzen, Grader und Arbeitszügen (Lok und Kippwaggons).

Die Regiobahn verlegt ein zweites Gleis neben dem Alten und wird danach auch dieses alte DB-Gleis ersetzen. Zum Einsatz kommt dabei erstmals ein neu konzipierter Gleisbauzug der Firma Eiffage. Das Ungetüm verlegt die 120 Meter langen Gleise und die dazugehörigen Schwellen in einem Arbeitsgang. „Wir können damit in zehn Stunden 1,5 Kilometer Gleise und Schwellen verlegen“, sagt Joachim Korn, Projektleiter der Streckenerweiterung.

Viel Politprominenz beim Spatenstich

„Mr. Regiobahn“, wie Korn auch genannt wird, erklärte Donnerstag vor geladenen Gästen das Bauprojekt. Unter ihnen: der Landrat des Rhein-Kreises Neuss Hans-Jürgen Petrauschke, Thomas Hendele (Landrat des Kreises Mettmann), Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung, Mettmanns Bürgermeister Bernd Günther, Vertreter der Stadt Düsseldorf und des VRR.

Sie besichtigten bei einer Fahrt von Stadtwald bis Drinhausen die Baustelle. „Wir freuen uns auf die Regiobahn und auf die Fahrgäste“, sagte Jung, der hofft, dass viele Menschen in seine Stadt kommen. Aber natürlich auch umgekehrt. „Der Kreis Mettmann hat touristisch viel zu bieten“. Für Landrat Thomas Hendele ist die unendliche Geschichte der Streckenverlängerung zu Ende. „Heute ist ein großer Tag“, sagte er.

„Bis Freitagabend wollen wir die erste Gleisstrecke verlegen“, so Korn. Dann fährt der Gleisbauzug nach Frankreich und wird dort für den Neubau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Le Mans-Reims eingesetzt. Der Gleisbauzug wird aber zwischendurch nach Mettmann zurückkehren und das zweite Gleis sowie den Anschluss von Hahnenfurth nach Dornap bis zur DB-Strecke bauen.

Der Ausbau der Regiobahnstrecke nach Wuppertal kostet 44 Millionen Euro. Aufgrund ökologischer Vorgaben darf im Bereich der Halde Hahnenfurth erst ab Herbst 2015 gearbeitet werden. Es werden 37000 Tonnen Schotter und Erdaushub geladen und in ein Zwischenlager transportiert.

Korn geht davon aus, dass die Strecke nach Wuppertal-Hauptbahnhof Anfang 2017 an den Start gehen wird. Es gibt noch einige Stolpersteine, die auf dem Weg liegen. Zunächst baut die Deutsche Bahn ein neues Stellwerk in Wuppertal. „Erst, wenn das fertig ist, können wir fahren“, sagt Korn.

Amphibien und Reptilien sind ein Stolperstein

Zweiter Stolperstein sind die Amphibien und Reptilien, die auf der Strecke leben. „Wir haben rund 500 Kröten, Frösche, Molche, Blindschleichen und Ringelnattern im Vorfeld eingesammelt und sie in ein Ersatzbiotop umgesetzt. Dort bleiben sie zwei Jahre und werden dann wieder an der Strecke ausgesetzt.“

Wie Korn weiter berichtete, wird jetzt untersucht, ob sich in einem Stollen an der Strecke Fledermäuse befinden. Wenn ja, darf nachts nur mit einer bestimmten Beleuchtung gearbeitet werden, um die Tiere nicht zu stören. Bau-Verzögerungen hat es bereits gegeben, weitere werden folgen, ist sich Korn sicher.

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