Autodidakt: Andreas Mischke zeigt seine Ausstellung „Ölgemälde“.

Von der Inspiration zum Bild ist es ein langer Weg: Wie die Leinwand letztlich aussehen wird, weiß Mischke zu Beginn des Malprozesses meist nicht.  (Büntig)
Von der Inspiration zum Bild ist es ein langer Weg: Wie die Leinwand letztlich aussehen wird, weiß Mischke zu Beginn des Malprozesses meist nicht. (Büntig)

Von der Inspiration zum Bild ist es ein langer Weg: Wie die Leinwand letztlich aussehen wird, weiß Mischke zu Beginn des Malprozesses meist nicht. (Büntig)

Marc Ingel

Von der Inspiration zum Bild ist es ein langer Weg: Wie die Leinwand letztlich aussehen wird, weiß Mischke zu Beginn des Malprozesses meist nicht. (Büntig)

Grevenbroich. So schlicht der Titel, so vielfältig präsentiert sich die aktuelle Ausstellung in der Versandhalle: „Ölgemälde“ heißt die am Sonntag eröffnete Schau mit Bildern des Kölner Malers Andreas Mischke.

Der 1964 geborene Künstler hat sich die Malerei selbst beigebracht, mit Talent und Ausdauer. Drei Jahre lang bewarb er sich bei den Kunstakademien Münster und Düsseldorf – und wurde immer wieder abgelehnt. Rückblickend ist er darüber sogar ganz froh: „Mir hat nie jemand reingeredet. Ich konnte immer machen, was ich wollte.“ Was das war, wusste er schon von Kindheit an: malen. Schon in der Schulzeit eine künstlerische Begabung, wurde Mischke früh zum Autodidakten. Eigeninitiative und viel Üben ersetzten die fehlende Förderung in Schule und Elternhaus.

„Gefühle, die Aufmerksamkeit beanspruchen“

Auf eigene Faust bahnte er sich auch nach der Lehre als Graveur den Weg zum Künstlerberuf. Als der Traum vom Studium endgültig geplatzt war, stellte Andreas Mischke eine Mappe zusammen und suchte sich eine Galerie, wo er 1991 erstmals ausstellte. Seither sind seine Arbeiten an verschiedenen Ausstellungsorten im Rheinland zu sehen.

„Polaroidaufnahmen von Seelenzuständen“, nannte Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack die Bilder Mischkes in seiner Einführung. Tatsächlich geht es dem Künstler darum, Stimmungen einzufangen, „Gefühle, die nur einen Augenblick lang andauern und trotzdem Aufmerksamkeit beanspruchen.“ Von der Inspiration zum fertigen Bild ist es indes ein langer Weg. Wie die Leinwand einmal aussehen wird, weiß Mischke zu Beginn meist noch nicht. Die Idee entwickelt sich mit der Zeit, neue Elemente kommen während der Arbeit hinzu.

Das Ergebnis erinnert oftmals an klassische Stillleben. Handwerklich akkurat malt Andreas Mischke Arrangements von Früchten, Insekten und welkem Laub. Doch belässt er es nicht beim „bloßen“ Handwerk, sondern bricht Sehgewohnheiten auf, indem er das Bild in Farbflächen und geometrische Figuren zerlegt und räumliche Illusionen schafft.

So etwa bei der Arbeit „Wandlung“ aus dem Jahr 2005. Die dargestellten Früchte, Insekten und eine Winterlandschaft lassen an die Jahreszeiten denken, ein liegender Menschenkörper mag an den Tod erinnern.

Oder? Verschiedene Betrachter können darin ganz unterschiedliche Dinge sehen, so Andreas Mischkes Erfahrung: „Das Schönste ist, wenn mir Besucher berichten, welche Stimmungen ein Bild bei ihnen auslöst. Nur tun das leider nur wenige, weil sie sich nicht trauen.“

» Die Ausstellung läuft bis zum 31. Juli, Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr.

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