Befragung soll frühestens 2014 durchgeführt werden. Drei Modelle stehen zur Diskussion. Eltern sind verunsichert.

Grevenbroich. Am Donnerstag haben in fast allen weiterführenden Schulen die Anmeldungen der künftigen Fünftklässler begonnen. Doch viele Eltern sind beunruhigt.

Bekommt die Stadt eine Sekundarschule, oder wird eine zweite Gesamtschule eingerichtet? Und welche Standorte werden zugunsten der neuen Schule verschmolzen?

Diese Fragen hört Gabriele Held immer öfter. „Wir haben es vermehrt mit verunsicherten Eltern von Viertklässlern zu tun“, berichtet die Leiterin der Viktoria-Grundschule. Auch Heinz-Gerd Schmitz, Leiter der Katholischen Hauptschule, kennt das Problem aus eigener Erfahrung.

Noch ist nichts entschieden. Wie die zukünftige Schullandschaft in der Stadt aussehen soll, wird demnächst in einer Elternbefragung ermittelt. Dafür sprach sich zumindest der Schulausschuss jetzt einstimmig aus. Das letzte Wort hat der Rat. Anders als im Antrag von CDU und SPD vorgesehen, muss dies jedoch in einem aufwändigen formalen Verfahren geschehen.

Befragung der Eltern zur Schullandschaft nicht vor 2014

Die einfache Version wäre die informelle Elternbefragung. Doch diese ist nur dann zulässig, wenn die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in drei Jahren hintereinander 100 Kinder abweisen muss. Da es in diesem Jahr “nur“ 84 waren, muss stattdessen die formale Befragung her.

Am Montag hat die Bezirksregierung dafür grünes Licht gegeben, nach Angaben des Schuldezernenten Michael Heesch beginnt die Befragung jedoch frühestens 2014. Damit ist die Schulentwicklung in der Stadt um ein Jahr zurückgeworfen. Heesch hatte bereits für 2013 eine Lösung anvisiert.

Derzeit stehen drei Modelle zur Diskussion. Behält die Stadt die Schulstruktur bei, ist vor allem an der katholischen Hauptschule ein Rückgang der Schülerzahl zu befürchten, eine Restschul-Problematik wäre programmiert.

Bei Einrichtung einer zweiten Gesamtschule würden die Katholische Hauptschule und die Hans-Sachs-Schule auslaufen. Bei Einrichtung einer Sekundarschule wären es wiederum die Hans-Sachs-Schule und die Realschule Bergheimer Straße. Welches Modell kommt, entscheiden die Eltern.

Während SPD, ABG und Grüne auf eine schnelle Entscheidung drängten, sprach sich CDU-Verteterin Heike Troles dafür aus, die Sache erneut in den Fraktionen zu diskutieren. Mit ihrer Erwägung, „alles beim Alten zu belassen“, erntete sie heftigen Widerspruch.

Grünen-Vertreter Dirk Gawlinski: „Die Hauptschule wird von der Wirtschaft nicht akzeptiert. Darum brauchen wir eine Schulform, die die Schüler nicht von vorneherein stigmatisiert, sondern es ihnen ermöglicht, sich weiterzubilden.“

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