Zeitgleich zum Braunkohleausschuss in Grevenbroich machten sich Umweltaktivisten für den Ausstieg aus der Braunkohle stark.

Kritik
Braunkohle-Gegner demonstrieren mit Plakaten vor dem Kreishaus in Grevenbroich.

Braunkohle-Gegner demonstrieren mit Plakaten vor dem Kreishaus in Grevenbroich.

Georg Salzburg

Braunkohle-Gegner demonstrieren mit Plakaten vor dem Kreishaus in Grevenbroich.

Grevenbroich. Während sich im Kreishaus die Teilnehmer des Braunkohleausschusses versammeln, stehen die rund 30 Mitglieder der Kampagne ausgeCO2hlt mit Papp-Plakaten vor dem Haupteingang. „Raus aus der Kohle“ und „Schützt unsere Kinder“ steht darauf. Sie sind gekommen, um gegen den Neubau eines Braunkohlekraftwerkes in Niederaußem und für den Ausstieg aus der Kohle zu protestieren.

„Der Ausstieg aus der Braunkohle ist vor allem eine Frage des politischen Willens“, sagt Gerald Neubauer von ausgeCO2hlt. Von den Verantwortlichen des Ausschusses wünscht er sich, dass sie einen konkreten Plan zum Ausstieg erstellen. „Die CO2-Emissionen steigen immer mehr. Wir müssen jetzt etwas tun, sonst ist der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten“, sagt er. Bei frostigen ein Grad Celsius harren die Kampagnen-Mitstreiter seit 9 Uhr vor dem Kreishaus aus.

„Wir sind hier, um einfach mal ein bisschen zu stören.“

Die 38-jährige Dorothee Häußermann aus Südhessen hat für ausgeCO2hlt sogar ihren Job als Lehrerin gekündigt und arbeitet jetzt freiberuflich. „So habe ich mehr Zeit, mich für die Aktionen der Kampagne einzusetzen“, erklärt Häußermann. Seit Freitag ist sie in Grevenbroich. Sie hat die Mahnwache vorbereitet, hat Plakate und Essen organisiert. „Heute sind wir hier, um einfach mal ein bisschen zu stören. Die Öffentlichkeit soll auf uns aufmerksam werden“, sagt Häußermann und hält ihr grünes Protestplakat noch etwas höher.

Jeder Anzugträger, der vor dem Haupteingang vorfährt, wird von den Protestlern umringt – er könnte ja ein wichtiger Politiker sein. Die Aktivisten des Vereins „Buirer für Buir“, die zur Unterstützung angereist sind, schenken jedem Ausschussteilnehmer eine rote Kerze. „Damit ihnen ein Licht aufgeht und sie auch mal an die Opfer der Braunkohleschäden denken“, erklärt Sprecherin Antja Grothus. Neben ihrem Verein sind auch das Netzwerk Bergbaugeschädigter und die Initiative Bergbaugeschädigter 50189 aus Elsdorf zur Mahnwache gekommen.

Die Mitglieder von ausgeCO2hlt freuen sich über die Unterstützung. Erst vor einer Woche hatten sich Aktivisten des Klimacamps in Köln zusammengeschlossen und die Kampagne ins Leben gerufen. Sie hoffen, dass sich aus ihrer Aktion eine Protestwelle in ganz Deutschland entwickelt. In der Ausschuss-Sitzung sorgten sie gestern schon einmal für Aufsehen, als sie während einer RWE-Präsentation zum Neubau in Niederaußem von ihren Plätzen aufsprangen, die Plakate hochrissen und „RWE – Klimakiller“ brüllten.

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