Bei der Schlüsselübergabe diskutierten die Politiker auch über die Ausgaben für die Brandschützer.

Grevenbroich. Seit Donnerstag ist der Löschzug Frimmersdorf/Neurath an einem Standort vereint. Bürgermeisterin Ursula Kwasny übergab symbolisch den Schlüssel für das knapp drei Millionen Euro teure, hochmoderne Feuerwehrhaus an der Frankenstraße. „Wir sind voll im Kostenrahmen geblieben“, sagte Kwasny mit Blick auf das auch architektonisch reizvolle Gebäude.

Eingehaltene Kosten sind nicht selbstverständlich

Die Bürgermeisterin war nicht die einzige Rednerin, die bei der Übergabe die eingehaltenen Kosten betonte – wohl weil das nicht selbstverständlich ist. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass der Umbau der Hauptwache in Grevenbroich rund 10,2 statt der ursprünglich veranschlagten 8,9 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Das wird nicht nur in der Politik, sondern auch in der Verwaltung kritisiert: „Für einen solchen Betrag könnte man zwei neue Schulen bauen“, sagte ein Rathaus-Mitarbeiter, der nicht genannt werden will.

Zusätzlich angeheizt wird die Kostendiskussion um die Feuerwehr von der UWG. Sie stellt den Kauf eines 60.000 Euro teuren Kommandowagens der Marke Audi Q5 in Frage. Ganz alleine steht die UWG mit ihrer Kritik nicht da: „Der Kauf eines Luxuswagens wäre ein falsches Zeichen für eine Stadt in der Haushaltssicherung“, meinte CDU-Fraktionschef Wolfgang Kaiser.

Der Audi hat auch verwaltungsintern Wellen geschlagen – „obwohl über die Marke noch gar nicht entschieden wurde“, sagte Ursula Kwasny. Die Stadtverwaltung werde jetzt mehrere Angebote unterschiedlicher Hersteller einholen und die Gremien anschließend in die Entscheidung einbinden. Die Bürgermeisterin hält es für nicht ausgeschlossen, dass der neue Kommandowagen letztlich auch preiswerter als die im Investitionsplan veranschlagten 60 000 Euro sein könne.

„Wir können bei unserer Haushaltslage nicht alle Wünsche erfüllen“, betont Kwasny. Das gelte vor allem, wenn die Begehrlichkeiten nicht unmittelbar mit der Sicherheit und der Einsatzfähigkeit zu tun hätten. Eine 13 000 Euro teure Sitzbank, wie sie etwa für das neue Feuerwehrhaus in Frimmersdorf-Neurath bestellt wurde, habe die interne Revision gleich von der Liste gestrichen. „Und das zu Recht“, unterstreicht Ursula Kwasny: „Wenn die Feuerwehr eine solche Bank möchte, kann sie sich gerne eine kaufen – etwa mit dem Erlös eines Tages der offenen Tür. Nicht aber mit Haushaltsmitteln.“

Die Ratsfraktionen warten zurzeit auf den längst überfälligen Brandschutzbedarfsplan, der unter anderem die Feuerwehr-Investitionen der nächsten Jahre abbilden wird. Wie bei der Feuerwehrhaus-Übergabe deutlich wurde, fordern Politiker einen neuen Arbeitskreis, der sich mit den finanziellen Aspekten dieses Plans beschäftigen soll.

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