Die wichtigsten Wirtschaftsdaten wurden in einem Heft zusammengefasst.

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Vermitteln Leerstände in Grevenbroich ein falsches Bild?

Vermitteln Leerstände in Grevenbroich ein falsches Bild?

Büntig

Vermitteln Leerstände in Grevenbroich ein falsches Bild?

Grevenbroich. Erstmalig seit 1999 hat die Stadt Grevenbroich wieder eine Broschüre veröffentlicht, die auf fast 40 Seiten die wichtigsten Wirtschaftsdaten, die Arbeit der Wirtschaftsförderung und des Stadtmarketings mit umfassenden Informationen zu Gewerbeneuansiedlungen im Stadtgebiet zusammenfasst. „Dank zweier Sponsoren konnten wir das mit unserem bescheidenen Budget realisieren“, so Grevenbroichs Bürgermeisterin Ursula Kwasny bei der Vorstellung des Werks.

Darin zeigen sich durchgehend positive Entwicklungen des Wirtschaftsstandortes mit einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent, zahlreichen neu angesiedelten Unternehmen und 1000 in den vergangenen drei Jahren neu geschaffenen Arbeitsplätzen.

„Wir setzen bei unserer Arbeit auf intensive Einzelbetreuung“, sagt Wirtschaftsförderin Carina Lucas. So würden enge und umfangreiche Netzwerke entstehen und die Wünsche der Unternehmer schnell erfasst werden. Einen besonderen Fokus legen die Wirtschaftsförderer auch auf die Junghandwerksmeister – „die Arbeitgeber von morgen“.

Gute Nachfrage nach Gewerbeflächen, intensive Vermarktung bestehender Altflächen und gute Kaufkraftbindung seien zudem deutliche Indizien für einen starken Standort, sagt Ulrich Held, Leiter der Wirtschaftsförderung. Bestätigt würde dies auch durch eine Stellungnahme der IHK.

Das Angebot an Ladenlokalen ist nicht marktgerecht

Die Leerstände von Einzelhandelsflächen in der Innenstadt erweckten ein falsches Bild, die Nachfrage nach Ladenlokalen sei stark. „Wir haben viele Anfragen von Geschäftsleuten, die im Zentrum Räume suchen. Leider ist das Angebot nicht marktgerecht“, so Kwasny. Zu hoch seien die Mietpreisvorstellungen der Eigentümer, außerdem würden sie kaum in ihre Immobilien investieren. Häufig fehle es zudem an Sozialräumen oder behindertengerechten Zugängen.

Lukas wünscht sich, dass sich Hauseigentümer an die Wirtschaftsförderung wenden, damit dort die Interessen von möglichen Mietern und Vermietern abgeglichen werden können.

Dass der Montanushof jedoch weiterhin ein schwer zu handelnder Bereich bleibe, verschwieg die Bürgermeisterin nicht: „Es müssten je Quadratmeter 5000 Euro investiert werden, damit dort eine grundlegende Veränderung erreicht werden kann.“ Ein Investor dafür sei aber noch nicht in Sicht. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung der Innenstadt werde das Stadtmarketing 2014 weiter ausgebaut und mit verschiedenen Aktionen und Angeboten aufwarten, sagt Robert Jordan. S.B.

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