Mit der Wahl von Pater Bruno Robeck zum Prior erreicht das Kloster Langwaden nach 52 Jahren kirchenrechtliche Unabhängigkeit.

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Generalabt Mauro-Giuseppe Lepori (links) und Abt Thomas Denter (rechts) nehmen den erstmals gewählten Prior des Zisterzienserklosters Langwaden, Pater Bruno Robeck, in ihre Mitte.

Generalabt Mauro-Giuseppe Lepori (links) und Abt Thomas Denter (rechts) nehmen den erstmals gewählten Prior des Zisterzienserklosters Langwaden, Pater Bruno Robeck, in ihre Mitte.

Georg Salzburg

Generalabt Mauro-Giuseppe Lepori (links) und Abt Thomas Denter (rechts) nehmen den erstmals gewählten Prior des Zisterzienserklosters Langwaden, Pater Bruno Robeck, in ihre Mitte.

Grevenbroich. Die Uhr zeigte zehn, als am Mittwoch ein neues Kapitel in der Geschichte des Klosters Langwaden aufgeschlagen wurde: Pater Bruno Robeck bekam den Klosterschlüssel und das Konventssiegel überreicht. Der 43-Jährige ist der erste gewählte Prior seit der Einkehr des Zisterzienserordens vor 52 Jahren. Sein Amt übernimmt er auf unbestimmte Zeit – in der Regel endet es mit einem Alter von 70 Jahren. Wahlberechtigt waren die acht Mönche des Klosters. Zur Berufung waren zudem Generalabt Mauro-Giuseppe Lepori aus Rom und Abt Thomas Denter aus Marienstatt angereist.

„Ich bin der alte Neue“, sagte Pater Bruno schmunzelnd. Damit liegt er nicht falsch, denn bereits 2004 ist er zum Prior ernannt worden. „Trotzdem gibt es mir einen Schub, weil die Gemeinschaft nun bestätigt hat, dass ich der richtige Mann war und bin“, fuhr der neue Prior fort.

Mit dem Akt, den Klostervorstand selbst bestimmen zu dürfen, leben die Zisterziensermönche endgültig in Eigenverantwortung – solange die Maßgaben des Ordensrechts eingehalten werden. Vorher bestand eine Rückmeldepflicht gegenüber dem Abt. Nun können personelle und finanzielle Entscheidung allein getroffen werden.

Einjährige Bauphase endet im März

Für ihn sei die Kontrolle eine leichte Aufgabe gewesen, sagte Thomas Denter. Auch, wenn es in der Vergangenheit finanzielle Probleme gegeben habe, befände sich das Kloster nun auf einem guten Weg. Der Kardinal habe zugesichert, das Kloster halten zu wollen. Im März endet zudem eine einjährige Bauphase – sanitäre Einrichtungen und Brandschutzanlagen wurden auf den neuesten Stand gebracht.

Zu den Zielen seiner neuen Amtszeit erklärte Pater Bruno, der Orden solle als Gemeinschaft wachsen. Seit fünf Wochen lebt ein Interessent aufs Postulat (Probezeit) im Gästehaus.

Weltlich ist der Orden als eingetragener Verein registriert. Im Kloster leben acht Mönche. Die Zisterzienser betreuen im „Netzwerk Mensch“ rund 40 Männer, die nicht allein leben wollen oder können.

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