Brennende Autos, Mülltonnen und Gartenlauben hielten Polizei und Feuerwehr 2011 in Atem.

Im November brannte ein Peugeot in Grevenbroich komplett aus.
Im November brannte ein Peugeot in Grevenbroich komplett aus.

Im November brannte ein Peugeot in Grevenbroich komplett aus.

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Im November brannte ein Peugeot in Grevenbroich komplett aus.

Grevenbroich. Donnerstag, 29. Dezember: Ein Sperrmüllhaufen an der Erftwerkstraße steht in Flammen. Dienstag, 22. November: Kaminholz an der Joseph-Pannenbecker-Straße brennt. Samstag, 1. Oktober: Baumaterialien nahe des Reitstalls Flaas müssen von der Feuerwehr gelöscht werden. Die Aufzählung ließe sich problemlos für das ganze Jahr 2011 weiterführen. In Grevenbroich, besonders in Barrenstein, häuften sich im vergangenen Jahr die Brände.

Strohballen, Mülltonnen und Sperrmüll gingen in Flammen auf

„In den meisten Fällen gehen wir von Brandstiftung aus“, sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Unklar sei jedoch, ob es sich immer um denselben Täter handle und ob es Einzeltäter oder Gruppen seien. Auffällig sei die Häufung von kleinen Bränden in Barrenstein. Oft waren es brennende Mülltonnen, Strohballen, Holzpaletten oder in Flammen stehender Sperrmüll, die Polizei und Feuerwehr in Atem hielten.

Insgesamt gab es laut Polizei im vergangenen Jahr 115 so genannte „Brandereignisse“ in Grevenbroich. 68 davon waren strafrechtlich relevant, das heißt die Brände wurden vorsätzlich gelegt oder fahrlässig herbeigeführt. In zwei Fällen kam es zu Bränden in Kellern, in elf Fällen brannten sogar Fahrzeuge, wie zum Beispiel Anfang Dezember ein Opel Astra am Albert-Schweizer-Weg, oder Ende August zwei Autos an der Energiestraße.

 Auch ganze Gartenlauben brannten aus – so zum Beispiel Anfang November in Allrath. Besonders hoher Sachschaden entstand im Juni, als in Barrenstein die Lagerhalle eines landwirtschaftlichen Betriebes komplett abbrannte. Die Polizei geht von einem Schaden von mehr als 100 000 Euro aus, da nicht nur Arbeitsgeräte des Hofes zerstört wurden, sondern das Feuer auch auf zwei benachbarte Hallen übergriff.

„Man muss aber differenzieren. Es ist ein Unterschied, ob Strohballen brennen oder eine Gartenlaube beziehungsweise eine ganze Halle“, erklärt Arnold. Bei den kleineren Bränden beobachte er insbesondere in den Ferien einen Anstieg.

Da hätten die Jugendlichen Zeit für Dummheiten. Oft würden Böller in Papiercontainer geworfen und schon hätte man einen kleinen Brand. Wenn solche Fälle öffentlich würden, würden sich viele Jugendliche dadurch zu neuen Taten animieren lassen.

„Wir sind insgesamt im gesamten Rhein-Kreis präsent – ob in Zivil oder in Uniform. Aber natürlich haben wir unsere Präsenz in den Gebieten verstärkt, in denen sich solche Brände häufen“, sagt Arnold. Gerade in Barrenstein sei das jedoch schwierig, denn dort „fällt man als Fremder von außerhalb immer auf“. In den letzten Wochen sei es jedoch relativ ruhig gewesen, erklärt Arnold.

Er weist noch einmal auf die große Bedeutung von Hinweisen aus der Bevölkerung hin: „Wir sind darauf oft angewiesen.“ Es habe in vielen Fällen schon Hinweise aus der Nachbarschaft gegeben und auch ganz konkrete Verdächtigungen. Schwierig sei es dann jedoch, solch einen Verdacht juristisch zu erhärten.

Das Brand-Problem beschränkt sich nicht nur auf Grevenbroich, wobei es dort am auffälligsten ist. Auch in Dormagen, Rommerskirchen und Jüchen gab es in 2011 viele ungeklärte Brände.

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