Bereits zum zweiten Mal binnen drei Wochen wurde der Moschee-Rohbau beschmiert. Täter zeigt sich „provokant“ auf Video.

Der Rohbau der Moschee an der Roseller Straße wurde erneut mit Hakenkreuzen und Anti-Islam-Parolen beschmiert. 	Foto: Linda Hammer
Der Rohbau der Moschee an der Roseller Straße wurde erneut mit Hakenkreuzen und Anti-Islam-Parolen beschmiert. Foto: Linda Hammer

Der Rohbau der Moschee an der Roseller Straße wurde erneut mit Hakenkreuzen und Anti-Islam-Parolen beschmiert. Foto: Linda Hammer

Der Rohbau der Moschee an der Roseller Straße wurde erneut mit Hakenkreuzen und Anti-Islam-Parolen beschmiert. Foto: Linda Hammer

Dormagen. Dass der oder die Täter bald enttarnt werden, davon ist Landrat Hans-Jürgen Petrauschke fest überzeugt. „Vielleicht kommt ein entscheidender Tipp auch aus der Bevölkerung“, ist der Polizeichef im Rhein-Kreis zuversichtlich, denn: „Es kann doch nicht sein, dass nur der Täter von seinen Taten weiß. Wer Kenntnis von Straftaten hat, muss sie auch anzeigen“, so sein Appell.

Gesucht werden der oder die Täter, die Sonntagmorgen gegen 5 Uhr – das belegt die Aufnahme einer Überwachungskamera – auf dem Gelände der Moschee waren und den Rohbau bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Wochen mit Hakenkreuzen und Anti-Islam-Parolen beschmiert hatten. Bereits beim ersten Übergriff in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember war ein Täter gefilmt worden, als er das Gelände an der Roseller Straße betrat und wieder verließ. Zu sehen war er allerdings nur von hinten, in gebückter Haltung und mit einer Kapuze über dem Kopf.

Der Täter hat sich dieses Mal bewusst der Kamera gezeigt

Das sei auf der Aufnahme Sonntag, die bereits bei der Ermittlungskommission „Roseller“ vorliegt und analysiert wird, anders gewesen. Dort habe sich ein Täter bewusst der Kamera gezeigt und, wie Polizeisprecher Hans-Willi Arnold sagte, das in einer „provokanten Pose“. Auch sei der Täter dieses Mal von vorn zu sehen, wie auch Bürgermeister Erik Lierenfeld bestätigte, der das Video bereits gesehen hat. Der Rathaus-Chef zeigte sich erneut erschüttert über die rechtsradikalen Schmierereien. „Der Täter sucht die Öffentlichkeit und möchte gezielt provozieren. Wir werden uns aber nicht provozieren lassen“, äußerte sich Lierenfeld.

Wie die Polizei mitteilt, waren die Hakenkreuze und Parolen Sonntagmorgen gegen 8 Uhr von den Beamten einer Polizeistreife entdeckt worden. Diese Streifen würden seit dem Vorfall vor drei Wochen verstärkt eingesetzt, so Michael Meyer, Wachleiter in Dormagen. Ob die „Bestreifung“ intensiviert werden muss, wird sich entscheiden. „Das Gelände ist so weitläufig, dass selbst bei einem Beamten rund um die Uhr neue Schmierereien nicht auszuschließen sind“, meinte Petrauschke. Als „ekelhaft“ bezeichnete Alattin Temür, türkischer Generalkonsul, die Parolen. „Es ist der dritte Angriff innerhalb weniger Wochen. Das ist nicht hinnehmbar“, sagte Temür.

„Wir erwarten, dass die Sicherheitsmaßnahmen hochgefahren werden“, so Mehmet Güneysu, Vorsitzender des Integrationsrates. Denn wer bereit sei, so etwas zum wiederholten Mal zu machen, sei auch bereit, anderes zu tun, ist er überzeugt. Diese Auffassung vertritt auch Ismail Askin, Mitglied des Moschee-Vereins: „Wir haben Angst vor Schlimmerem. Die Schmierereien kann man entfernen. Die Gefühle der Menschen lassen sich nicht so leicht auslöschen.“ Bereits Sonntag begann Michael Tischler damit, die Hakenkreuze und Parolen zu entfernen. Er hatte auch die Schmierereien in Hackenbroich beseitigt.

Die Initiatoren des neu gegründeten „Runden Tisches gegen Rechtsradikalismus und Rassismus“ streben ein Bündnis Dormagener Bürger an.

Die Initiatoren sind Heinz Pankalla, Jorgos Flambouraris, Rafael Kazior und Marcus Glöder.

heinzpankalla@gmail.com

oder

jorgo@web.de

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