Schüler Hannes Rückheim (14) war bei einer Nordkap-Expedition dabei.

Bildung
Hannes Rückheim bei ungemütlichem Wetter am Nordkap in Norwegen.

Hannes Rückheim bei ungemütlichem Wetter am Nordkap in Norwegen.

Der 14-jährige Hannes Rückheim war für zwölf Tage im Norden.

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Hannes Rückheim bei ungemütlichem Wetter am Nordkap in Norwegen.

Dormagen. Auf seinem Laptop hat er hunderte Bilder gespeichert und fein säuberlich in Datei-Ordnern sortiert. Sie zeigen das Nordkap, den Reisebus im Regen oder die jungen Forscher in der Mittagspause.

Stolz klickt sich der 14-jährige Hannes Rückheim durch die Fotogalerien und schwelgt in Erinnerungen. Der Schüler der 9. Klasse des Leibniz-Gymnasiums war im September für zwölf Tage auf einer Exkursion zum Nordkap in Norwegen.

„Das war eine einmalige Chance, die musste ich ergreifen“, sagt der Dormagener. Als seine Lehrerin ihm von dem Projekt des Master-Mint-Programms des Instituts für Jugendmanagement erzählte, war er begeistert. Sofort schrieb er eine Bewerbung. „Das war meine erste und ich fand es wirklich schwierig“, sagt Hannes.

Wenige Wochen später kam eine Absage für die nächste Exkursion, jedoch eine Zusage für die Reise im September. Die Freude bei Hannes war groß: „Ich fand vor allem gut, dass es bei dem Projekt darum ging, selber etwas zu erforschen und selbstständig zu arbeiten.“

Nordkap: Wind, Regen aber angenehme acht Grad Celsius

Im September startete die Reise. Gemeinsam mit 43 weiteren Teilnehmern aus ganz Deutschland ging es eine Nachtfahrt lang im Reisebus nach Stockholm. Von dort dann Richtung Norden über Finnland bis zum Nordkap, das die Gruppe am 30. September erreichte. „Es war nebelig und sehr windig, daher konnte man nur sehr wenig sehen“, erzählt Hannes.

Außerdem sei es sehr einsam gewesen, denn einen Tag später wurde die Touristensaison am Nordkap offiziell für beendet erklärt. Die Temperaturen seien mit acht Grad erträglich gewesen. Nur mit dem Essen während der Reise konnte sich Hannes nicht so recht anfreunden: „Jeden Tag gab es Kartoffeln, die konnte man nach vier Tagen nicht mehr sehen. Auch das Frühstück war ganz anders als in Deutschland.“

In den nächsten Tagen wartete ein straff organisiertes Programm auf die Jugendlichen. Morgens um 6 Uhr klingelte der Wecker, nach einem kurzen Frühstück ging es mit dem Bus weiter. Übernachtet wurde in kleinen Hotels.

„Ich stehe nicht gerne früh auf, aber man hat sich dran gewöhnt“, sagt der 14-Jährige. Viel Zeit für Freizeit blieb nicht. Eingeteilt in Forschergruppen erkundeten die Teilnehmer die Umgebung. Sie befragten Einwohner über das Bildungssystem, notierten Wetter- und Temperaturverhältnisse und analysierten die jeweilige Infra- und Verkehrsstruktur.

Während der Busfahrten zeigten die Jugendlichen in kurzen Präsentationen, was sie in der Gruppe erarbeitet hatten. „Was man wirklich gelernt hat, ist Präsentationen und Reden zu halten“, sagt Hannes rückblickend.

Auch nach seiner Rückkehr hat er schon vor seiner Klasse, seinem Kanu-Verein und sogar der versammelten Schulkonferenz einen Vortrag über seine Exkursion gehalten. Einiges an Lernstoff musste der 14-Jährige allerdings auch nachholen: Direkt nach seiner Rückkehr erwarteten ihn drei Klausuren.

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