Ausschuss: Unternehmensberatung legt Bäderkonzept vor, Römertherme soll erhalten bleiben.

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Nicht wirtschaftlich: Das Bad in Nievenheim hat einen Sanierungsbedarf von knapp drei Millionen Euro.

Nicht wirtschaftlich: Das Bad in Nievenheim hat einen Sanierungsbedarf von knapp drei Millionen Euro.

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Nicht wirtschaftlich: Das Bad in Nievenheim hat einen Sanierungsbedarf von knapp drei Millionen Euro.

Dormagen. Rund 6600Besucher zogen im Jahr 2009 im Dormagener Hallenbad ihre Bahnen, knapp 94000 tauchten in der Nievenheimer Badeanstalt ins Wasser ein. Geht es nach der Verwaltung, müssen sich Freizeitschwimmer und Vereinssportler bald ein Hallenbad teilen.

Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die Unternehmensberatung Altenburg aus Düsseldorf. Sie hat im Auftrag der städtischen Tochter SVGD ein Bäderkonzept erstellt. Geschäftsführer Marco Steinert-Liescheid stellte die Optionen am Dienstag im Schul- und Sportausschuss vor. Zu alt, zu sanierungsbedürftig und mit viel zu hohem Energieverbrauch - so das Fazit der Experten über die Bäderlandschaft. "Das Bad in Dormagen hat einen Sanierungsbedarf von 3,48Millionen Euro, Nievenheim von 2,97Millionen", rechnete Steinert-Liescheid vor.

Energiekosten sind in beiden Bädern zu hoch

Die Energiekosten für die "alten Kisten" seien mit 486000Euro pro Jahr sehr hoch. Er empfiehlt deshalb den Abriss beider Bäder und den Neubau einer funktionalen Schwimmhalle ohne Event- und Wellness-Charakter am heutigen Standort Robert-Koch-Straße. 7,5 bis 8,5Millionen Euro veranschlagen die Experten für ein Zweckbad mit acht 25-Meter-Bahnen, einem separaten Lehrschwimmbecken und einem Kleinkinderbereich.

Heute reißen beide Bäder gemeinsam ein Loch von 1,1Millionen Euro jährlich in den Haushalt der SVGD. Mit dem Neubau, so die Berechnung von Altenburg, ließe sich das Defizit auf unter eine halbe Million Euro senken. Die Römertherme soll dabei mit einer möglichen Kostenbeteiligung der Stadt im Ganzjahrsbetrieb erhalten bleiben.

Trotz der geschilderten Vorzüge stießen die Pläne bei den Sportvereinen auf wenig Gegenliebe. Heinrich Behrens etwa ist überzeugt, dass 8,5Millionen Euro "vorne und hinten nicht reichen". Er will das Bad im größten Stadtteil Nievenheim erhalten, und befürchtet ähnlich wie Uwe Moll (Zentrum), dass viele, die heute in Nievenheim schwimmen gehen, den Weg nach Dormagen nicht auf sich nehmen werden.

Als wenig vorbereitet erwies sich die Verwaltungsriege mit Kämmerer Ulrich Cyprian, Sportbetriebsleiter Ulrich Millen und Sportserviceleiter Bernd Lewerenz. Auf seine Frage, wo in jüngster Zeit ein Neubau zu ähnlichen Konditionen errichtet worden sei, erntete Behrens lediglich fragende Blicke. Ebenso wie Kerstin Born. Die Vertreterin der Sport- und Schwimmgemeinschaft Delrath wollte wissen, ob die Stadt als möglicher Geldgeber auch ein Mitspracherecht bei der Belegung der vom TSV Bayer betriebenen Römertherme habe. Ungehört verhallte die Frage, ob in der Kalkulation die Abrisskosten für die alten Bäder enthalten seien. Offen blieb auch, wie die Stadt einen möglichen Neubau finanzieren will. Kämmerer Ulrich Cyprian will zu dieser Frage im Rat am 4.November Stellung nehmen.

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