Für Dennis Schiergen ist die Galopprennbahn ein zweites Zuhause. Der 16-jährige Schüler des Norbert-Gymnasiumshat 33 Siege erritten.

Auf der Stute Alkhana ist Dennis Schiergen am 7. August beim Henkel-Preis der Diana in Düsseldorf gestartet – als jüngster Reiter der Geschichte dieses Rennens.
Auf der Stute Alkhana ist Dennis Schiergen am 7. August beim Henkel-Preis der Diana in Düsseldorf gestartet – als jüngster Reiter der Geschichte dieses Rennens.

Auf der Stute Alkhana ist Dennis Schiergen am 7. August beim Henkel-Preis der Diana in Düsseldorf gestartet – als jüngster Reiter der Geschichte dieses Rennens.

Die zweijährige Stute Seven Shares ist eins der fünf Pferde, die Dennis am Morgen trainiert – die Sommerferien machen’s möglich.

Tuchel, Bild 1 von 2

Auf der Stute Alkhana ist Dennis Schiergen am 7. August beim Henkel-Preis der Diana in Düsseldorf gestartet – als jüngster Reiter der Geschichte dieses Rennens.

Dormagen/Köln. Die Nüstern sind groß, fast doppelt so groß wie sonst, die Flanken beben. Deutlich zeichnen sich die Adern am Hals der Fuchsstute ab. Eine Runde um die Bahn ist sie galoppiert, nicht im Höchsttempo. Dann klingt die Trainingseinheit an diesem Morgen aus, mit einem lockeren Trab, dann eine lange Schrittrunde durch den Wald, am langen Zügel. Als Seven Shares am Stall ankommt, hat sie sich beruhigt, das Fell ist trocken, ein wenig verklebt vom Schweiß.

Dennis Schiergen springt aus dem flachen Rennsattel, lockert den Gurt. „Eine dreiviertel Stunde Training pro Pferd, manchmal eine Stunde, jeden Morgen. Das ist das fünfte heute für mich“, sagt der 16-jährige Schüler des Knechtstedener Norbert-Gymnasiums und führt die Stute zum Waschplatz.

Es ist noch nicht einmal Mittag – der Tag eines Jockeys startet früh. Um 4.30 Uhr beginnen die Pferdepfleger mit der Fütterung, anschließend wird das Fell gesäubert. 105 Tiere wollen gestriegelt werden, bevor es auf die Rennbahn geht. „Wir haben 30 Angestellte. Ohne geht das nicht“, sagt Peter Schiergen, nicht nur Vater des 16-Jährigen, sondern von der Besitzergemeinschaft des Stalls Asterblüte an der Kölner Rennbahn als Trainer angestellt.

Früher ist er selbst Rennen geritten, hat 1995 mit 273 Siegen sogar einen Europarekord aufgestellt. Vor mehr als zehn Jahren hat Peter Schiergen dann die Reitstiefel an den Nagel gehängt. „Trainer oder Reiter – beides geht nicht“, sagt er.

Dennis ist auf einem guten Weg, in seine Fußspuren zu treten: Nachdem er sich als kleines Kind mit zwei Brüdern ein Pony geteilt hatte, bestritt er im vergangenen Jahr seine ersten Rennen. Mittlerweile ist der Junior der derzeit führende deutsche Amateurreiter, hat 33 Siege mit zurück in den heimischen Stall gebracht. „29 davon in diesem Jahr, einer in Russland, einer in Katar“, sagt er mit stolzem Lächeln.

Mit sieben Jahren ist ein Rennpferd beinahe ein Rentner

Neusser Rennbahn
27. Novemberm, 13.30 Uhr: Eröffnung der Herbst-Wintersaison
11. Dezember, 13.30 Uhr: Dezember-Cup
26. Dezember, 13.30 Uhr: Weihnachtsrenntag
31. Dezember, 12 Uhr: Silvesterrenntag mit Championatsehrung.

Kölner Rennbahn
14. August: Rheinland-Pokal
25. September: Preis von Europa und Herbst-Stutenpreis
16. Oktober: Preis des Winterfavoriten

Besonders in Erinnerung bleiben ihm die Rennen, die er auf dem Wallach Prinz geritten ist: „Auf ihm habe ich meine Lizenzprüfung abgelegt. Er ist mein Lieblingspferd.“ Mit seinen sieben Jahren ist „Prinz“ im Stall Aster-blüte beinahe ein Rentner. In einem Alter, in dem ein Dressur- oder Springpferd gerade die erste Luft des ganz großen Sports schnuppert, ist für ein Rennpferd die Karriere meist schon vorbei. Entsprechend früh beginnt das Training des vierbeinigen Nachwuchses: „Kurz bevor sie zwei Jahre alt werden, reiten wir sie an“, erklärt Peter Schiergen. Mit drei, vier Jahren kristallisiere sich heraus, welches Pferd das Zeug zum Champion hat, und welches zum Freizeitpartner umfunktioniert wird.

Auch ob Dennis als Profi im Rennsattel enden wird, ist ungewiss. „Ich bin 1,65 Meter groß und wiege 55 Kilo. Viel mehr sollte es nicht werden. Je schwerer ich bin, desto weniger Pferde gibt es, die ich reiten kann“, erklärt er. „Um das Gewicht zu halten, muss ein Jockey sehr diszipliniert sein und viel Sport treiben. Ich gehe jeden Tag joggen.“

Ein Umstieg ins Dressurviereck oder den Springparcours kommt für den jungen Kölner jedenfalls nicht in Frage. „Das ist nichts für mich“, sagt er und verzieht das Gesicht. „Ich brauche die Geschwindigkeit, den Adrenalinkick. Ein Rennpferd erreicht bis zu 60 Stundenkilometer. Das Tempo ist schon was anderes.“

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