Hackenbroicher sprachen sich erneut gegen die neuen Reihenhäuser aus.

Dormagen. Auf dem Gelände des ehemaligen evangelischen Gemeindezentrums an der Moselstraße soll eine aus öffentlichen Mitteln geförderte Reihenhaussiedlung entstehen. Gegen die Pläne des Investors aus Kaarst regte sich jedoch bereits im Vorfeld massiver Widerstand der Anwohner (die WZ berichtete).

Und der weicht auch trotz Zugeständnissen des Bauträgers Wisa nicht auf, wie am vergangenen Dienstag beim CDU-Forum Hackenbroich nur allzu deutlich wurde.

„Als Optimierung eines Investors“, die den Wert der umliegenden Immobilien um bis zu 60 Prozent mindere, geißelte ein Hackenbroicher das Projekt. Er orakelte auch gleich über „80 bis 90 Pkw“, die mit den Bewohnern der rund zwei Dutzend neuen Häuschen in die Siedlung kämen. Keinen Zuzug von Mietern, „sondern von Menschen, die Interesse an Eigentum haben“, forderte ein junger Mann, der erst vor einem halben Jahr Eigentum in der Nachbarschaft gekauft hat.

Bauträger Wisa macht Zugeständnisse

Leerstehende Mietwohnungen, so der Tenor der Versammlung, gebe es in Hackenbroich genug. Bauträger Wisa sei durchaus bereit, auf einige der bereits vor Wochen von aufgebrachten Bürgern zusammengetragenen Einwände einzugehen. Die geplante Firsthöhe von 12,40 Metern könne durchaus um zwei Meter reduziert werden, die Zahl der Häuser von 29 auf 23 oder 24 schrumpfen, erläuterte Geschäftsführer Werner Schmitz.

Trotz dieser Zugeständnisse lehnen die Hackenbroicher die Vorstellung neuer Nachbarn, die einen Wohnberechtigungsschein haben, offenbar mehrheitlich ab. Zwischenrufe wie „Alles kommt nach Hackenbroich, was nicht nach Delhoven, Straberg oder Zons kommt“, ernteten den Applaus des Plenums.

Bürgermeister Hoffmann kann die Befürchtungen nicht verstehen

Dem konnte auch der Einwurf von Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann nicht abhelfen, dass die öffentliche Förderung nicht zwangsläufig Einkommensschwachen, sondern jungen Familien mit einem Jahreseinkommen von bis zu 48 000 Euro zugute kommt. „Ich kann die Vermutung nicht verstehen, dass dort der soziale Bodensatz hinzieht“, wunderte sich Hoffmann.

Alternativ kamen aus dem Plenum Vorschläge für den Bau von Seniorenwohnungen an dieser Stelle, „die den Bedarf der Leute decken, die in der Umgebung wohnen“. Nützen werden die Proteste wohl nichts. „Es ist der Konsens der politischen Parteien, dass man dort Mietwohnungsbau befürwortet“, so CDU-Ortsverbandschef Jo Deußen.

Der Bürgermeister verwies auf die Fürsorgepflicht der öffentlichen Hand auch für jene Familien, die sich kein Eigentum leisten können. „Außerdem wollen wir, dass junge Leute mit Kindern hierherziehen“, so Hoffmann.

Investor Wisa wird die Planungen jetzt überarbeiten, im April steht das Thema im Planungsausschuss auf der Tagesordnung. Danach beginnt die Bürgerbeteiligung.

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