Ehemaliges Stadtarchiv soll Seniorenwohnungen weichen.

hackenbroich
So sehen die Pläne von Architekt Heinz Krücken vor. Er stellte sie jetzt beim CDU- Forum in Hackenbroich vor. Entwurf: Krücken

So sehen die Pläne von Architekt Heinz Krücken vor. Er stellte sie jetzt beim CDU- Forum in Hackenbroich vor. Entwurf: Krücken

So sehen die Pläne von Architekt Heinz Krücken vor. Er stellte sie jetzt beim CDU- Forum in Hackenbroich vor. Entwurf: Krücken

Dormagen. Schon lange ist die Alte Schule mit ihrem ehrenamtlich geführten Seniorentreff in Hackenbroich die Anlaufstelle für Senioren. Nur schlüssig scheinen da die Pläne der Verwaltung, hinter der Alten Schule barrierefreie Wohnmöglichkeiten für ältere Menschen zu schaffen. Noch stehen dort rund um den alten Schulhof Anbauten, die früher das Stadtarchiv beherbergten. Die sollen, wenn sich ein Investor findet, einer Bebauung weichen.

Abriss des ehemaligen Schulgebäudes ist vom Tisch

Der Abriss des ehemaligen Schulgebäudes, gegen den sich die Senioren im vergangenen Sommer massiv zur Wehr gesetzt hatten, ist dagegen vom Tisch. Das Gebäude von 1841 soll in der Hand der Stadt bleiben. Eine mögliche Bebauung mit altengerechten Wohnungen stellte Architekt Heinz Krücken jetzt beim CDU-Forum Hackenbroich vor über 100 interessierten Bürgern vor. Sein Vorschlag: Nach Abriss des früheren Archivtraktes könnte sich eine neue Bebauung aus drei Einzelbaukörpern mit altengerechten Wohnungen um eine neu gestaltete Hofsituation, vielleicht begrünt und mit einem kleinen Teich, gruppieren.

Jede der 20 bis 24 Wohneinheiten wäre 55 bis 75 Quadratmeter groß, ohne Keller, dafür aber mit ausreichend Stauraum in der Wohnung. Der Zugang ist über vorgelagerte Laubengänge oder Treppenhäuser und Aufzüge denkbar. Den alten Baumbestand will Krücken in jedem Fall erhalten. Er setzt auf eine enge Anbindung an den Seniorentreff und empfiehlt der Verwaltung zu prüfen, „ob ergänzende Nutzungen, die zum Gesamtkonzept passen, in den Altbau integriert werden können“.

Auch eine optische Öffnung des Seniorentreffs schwebt ihm vor. „Wünschenswert wäre eine zusätzliche Öffnung der rückwärtigen Fassade durch Vergrößerung der Fensteröffnungen zum neuen Innenhof hin“, überlegt der Planer. Er hat bereits einen Investor an der Hand, der das Projekt als „bezahlbaren Mietwohnungsbau“ realisieren würde.

Im Plenum stießen die Planungen auf geteiltes Echo. Manch einer befürchtete ein Parkchaos entlang der Dormagener Straße, verursacht durch Autos der neuen Bewohner und ihrer Besucher, andere würden statt reiner Seniorenwohnungen lieber ein Mehrgenerationenhaus an dieser Stelle sehen. Dem beschied CDU-Politiker Wiljo Wimmer allerdings wenig Hoffnung. „Es ist ein Erfahrungswert, das Bevölkerungsgruppen nicht durchmischt werden wollen. Man freut sich, wenn die Enkel sonntags zum Kaffee kommen, aber auch, wenn sie um sechs wieder gehen“, sagte der Landtagsabgeordnete und Chef der Dormagener CDU-Fraktion.

Ex-Schützenkönig Manni Kootz rief dazu auf, die Idee der Seniorenwohnungen nicht gleich zu zerreißen. Man habe jetzt einen vernünftigen Beschlussvorschlag vorliegen, „den sollten wir nicht schlechtreden“. Noch befindet sich das gesamte Areal der Alten Schule im Besitz der Stadt Dormagen. Vor dem Verkauf an einen Investor steht also in jedem Fall noch eine parlamentarische Entscheidung.

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