Für 2,4 Millionen Euro bauen die Technischen Betriebe Dormagen in Rheinfeld eine neue Klärschlamm-Trocknungsanlage.

Dormagen. Rund 2,4 Millionen Euro investiert die Stadt Dormagen in die Rheinfelder Kläranlage. Im Spätherbst wird dort mit dem Bau einer Klärschlamm-Trocknungsanlage begonnen. Dormagen nimmt mit dieser Technologie eine Vorreiterrolle in Nordrhein-Westfalen ein. „In Bayern und Baden-Württemberg hat man damit bereits gute Erfahrungen gemacht, doch in NRW ist die Anlage in Dormagen eine der ersten ihrer Art“, sagt Michael Janzen vom Planungsbüro, das die Technischen Betriebe Dormagen (TBD) bei dem Projekt unterstützt.

Bisher wird der nasse Schlick aus dem Dormagener Abwasser in einer 17 Jahre alten Hochgeschwindigkeitszentrifuge entwässert. Die „überdimensionale Salatschleuder“, wie sie Stadtentwässerungsleiter Thomas Wedowski nennt, zeigt Verschleißerscheinungen und ist schon einmal sechs Wochen lang ausgefallen. Sie produziert täglich 8,5 Tonnen getrockneten Klärschlamm, der zu 30 bis 40 Prozent als Dünger an die Landwirtschaft verkauft oder anderweitig verwertet wird. Durch diese Erlöse schreibt die Anlage, so Wedowski, „heute eine rote Null“.

Ministerium diskutiert Novellierung der Klärschlammverordnung

Die andere Hälfte des Schlicks aber muss die Stadt teuer entsorgen. 200 Euro pro Tonne kostet die thermische Verwertung in der Müllverbrennungsanlage in Krefeld. „Wenn uns die landwirtschaftliche Verwertung wegbricht, würde unser Kostenaufwand also beträchtlich höher“, betont Klärmeister Ralf Münchow. Derzeit wird genau dieses Thema bundespolitisch diskutiert. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) bereitet eine Novellierung der Klärschlammverordnung vor, die sich auch vor Ort auswirken könnte. „Kommt die Novellierung durch, dann dürfte der Dormagener Klärschlamm nicht mehr landwirtschaftlich verwendet werden“, macht Janzen deutlich.

Um dieser Entwicklung zuvorzukommen, und weil die vorhandene Zentrifuge ohnehin ersetzt werden müsste, steigen die Technischen Betriebe nun auf die verbesserte Technik um. In Zukunft wandern mehr als 100 Kubikmeter Klärschlamm täglich durch eine große Bandfilterpresse und werden anschließend mit Hilfe von Solarenergie gedörrt. Die neue Kombianlage steigert den Trockenanteil des Klärschlamms von durchschnittlich 30 auf 65 Prozent.

Entsprechend geringer ist das Gewicht der Rückstände: Täglich fallen dann nur noch vier statt bisher 8,5 Tonnen an. „Damit sparen wir mehr als die Hälfte der bisherigen Verbrennungskosten und leisten zugleich einen Beitrag für die Umwelt“, sagt Wedowski. Durch diese Einsparung würden sich auch die hohen Investitionskosten amortisieren.

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