19 Aussteller zeigten, verkauften und tauschten keramische Fliesen.

kreismuseum
Ernst Kraus aus Hamburg mit Ulrich Hamburg und einer teuren Fliese. (SB)

Ernst Kraus aus Hamburg mit Ulrich Hamburg und einer teuren Fliese. (SB)

Büntig

Ernst Kraus aus Hamburg mit Ulrich Hamburg und einer teuren Fliese. (SB)

Dormagen. Für einen Tag kamen am Samstag 19 Aussteller zum Treffen der Liebhaber von keramischen Fliesen des Jugendstils ins Zonser Kreismuseum. Dort zeigten, tauschten und verkauften sie viele hundert Exemplare ihrer Sammlerobjekte und brachten erstmalig auch einige Schalen, Vasen oder Teller derselben Epoche mit.

Unter der organisatorischen Leitung von Ulrich Hamburg, der selbst vor 40 Jahren das Sammeln von Gebrauchskeramik des Jugendstils zu seinem Hobby machte, entwickelte sich die Zonser Veranstaltung schnell zum größten und bedeutendsten Sammlertreffen dieser Epoche in ganz Deutschland. „Bis 2003 trafen sich die Sammler in Privaträumen, Cafés oder Kneipen, damals jedoch in einem viel kleineren Rahmen“, erinnert sich Hamburg. Seine erste Fliese erstand er in den 1970er Jahren bei einem Trödler in Bristol. Heute zählt seine Sammlung mehr als 6000 Exemplare,

Sein Sammelgebiet sind deutschen Fliesen aus der Zeit zwischen 1900 und 1940. Andere Sammler haben sich auf spezielle Motive festgelegt, oder sie suchen gezielt besonders seltene Exemplare und bezahlen dann für eine einzige Keramik vierstellige Beträge. So wie der Hamburger Ernst Kraus, der bereits seit über 30 Jahren seiner Liebe für den Jugendstil nachgeht. „Es macht für mich mehr Sinn, eine sehr seltene Fliese für einen hohen Preis zu erstehen, als 50 zum Schnäppchenpreis, denn irgendwann ist der Lagerraum erschöpft“, erklärt er und zeigt eine Möbelfliese aus der Manufaktur von J. von Schwarz, für die er 1300 Euro veranschlagt.

Der Reiz des Sammelns von Jugendstilfliesen liegt für Ulrich Hamburg in der Schönheit der Objekte. „Das sind echte Kunstwerke. Diese keramischen Bilder haben phantastische Farben und Leuchtkraft. Es sind echte expressionistische Werke“, schwärmt er. Viele anerkannte Künstler des Jugendstils wollten „das Leben ganz und gar mit Kunst durchdringen“. Leider seien nach dem Zweiten Weltkrieg sehr viele Altbestände von Jugendstilfliesen von Fliesenhändlern mit den Entwürfen und Skizzen weggeworfen worden, berichtet er. Dass dennoch immer wieder bislang unbekannte Stücke auftauchen, halte das Sammelfieber auf Temperatur, so Ulrich Hamburg. SB

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