Deutsch-Hispanische Gesellschaft und Politik rätseln über Beweggründe.

Dass das Vereinskonto der DHG leergeräumt war, fiel bei der Bezahlung für die Unterbringung der Musiker aus der Partnerstadt Toro auf.
Dass das Vereinskonto der DHG leergeräumt war, fiel bei der Bezahlung für die Unterbringung der Musiker aus der Partnerstadt Toro auf.

Dass das Vereinskonto der DHG leergeräumt war, fiel bei der Bezahlung für die Unterbringung der Musiker aus der Partnerstadt Toro auf.

Archiv

Dass das Vereinskonto der DHG leergeräumt war, fiel bei der Bezahlung für die Unterbringung der Musiker aus der Partnerstadt Toro auf.

Dormagen. Nicht nur bei der Deutsch-Hispanischen Gesellschaft (DHG) herrscht einen Tag nach Bekanntwerden der Vorwürfe bezüglich Veruntreuung von Vereinsgeldern durch den ehemaligen Präsidenten noch immer Fassungslosigkeit. „Der Schock ist immer noch da“, sagte Geschäftsführerin Lucie Heydt gestern. „Aktuell arbeiten wir an einem Rettungskonzept für den Verein.“

Michael Klinkicht: „Ich kenne ihn als aufrechten Menschen“

Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann sagte gegenüber der WZ zu den Vorwürfen gegen Ingo Kolmorgen: „Als ich es erfahren habe, war ich von den Socken. Ich kenne Herrn Kolmorgen seit vielen Jahren als sympathischen Ratskollegen und angenehmen Menschen.“

Kolmorgen, seit 2009 DHG-Vorsitzender, übernahm das Amt seinerzeit von Hoffmann. Jetzt wurde bekannt, dass der Fraktionsvorsitzende der Dormagener Grünen Vereinsgelder von mindestens 24 000 Euro veruntreut haben soll. DHG-Geschäftsführerin Heydt hatte vor rund zwei Wochen eine Überweisung für die Unterbringung der Musiker „Banda da Musica La Lire“ aus der spanischen Partnerstadt Toro vornehmen wollen – und stellte fest, dass Geld auf dem Vereinskonto fehlte.

Kolmorgen wollte die Situation klären und erhielt vom Vorstand eine Frist – die letztlich verstrich. Für eine Stellungnahme war der inzwischen zurückgetretene Präsident der DHG gestern nicht zu erreichen. Dafür äußerte sich Parteifreund Michael Klinkicht. „Ich habe noch nicht mit Ingo Kolmorgen gesprochen. Er war beruflich sehr eingespannt in letzter Zeit. Ich kenne ihn seit 15 Jahren als immer aufrechten Menschen“, sagte der Geschäftsführer der Grünen-Ratsfraktion.

Unabhängig von den Vorwürfen an Kolmorgen sollte in Kürze ein neuer Fraktionsvorsitz gewählt werden – Ratsfrau Heike Grosser könnte die Nachfolge antreten.

Auch der Deutsch-Hispanische Gesellschaft stehen turbulente Tage bevor. „Kurzfristig muss eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden“, sagte Lucie Heydt. „Diese soll in drei Wochen sein“, so die Geschäftsführerin, die am Mittwoch zusammen mit der stellvertretenden DHG-Präsidentin Sigrid Scheuss Strafanzeige gestellt hatte. Über die möglichen Beweggründe von Kolmorgen weiß weiterhin niemand etwas. „Es ist schade, wenn jemand, der so erfolgreich gearbeitet hat, in eine solche Situation gerät“, bedauerte Bürgermeister Hoffmann.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer