Konzern ordnet Dentalsparte neu. 100 Mitarbeiter in Dormagen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Chempark
Heraeus Kulzer in Dormagen stellt unter anderem Verbrauchsmaterialien für Zahnärzte her.

Heraeus Kulzer in Dormagen stellt unter anderem Verbrauchsmaterialien für Zahnärzte her.

dpa

Heraeus Kulzer in Dormagen stellt unter anderem Verbrauchsmaterialien für Zahnärzte her.

Dormagen. Den Angestellten wurde die schlechte Nachricht am Dienstag im Rahmen einer außerordentlichen Mitarbeiterversammlung mitgeteilt: Die Heraeus Kulzer GmbH, die zum Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Stammsitz in Hanau gehört, macht den Standort Dormagen im Chempark bis Ende 2014 dicht. 100 Mitarbeiter sind betroffen.

Während die Produktion ganz eingestellt wird, soll der Logistikbereich nach Rumänien verlagert werden.

Hintergrund sei die Absicht, die Dentalsparte des Konzerns neu aufzustellen, teilt Unternehmenssprecher Christoph Ringwald auf Anfrage mit.

Während die digitale Prothetik für Praxis und Labor in der Abteilung Digital Services zusammengefasst werde, entstehe gleichzeitig ein neuer Bereich Dentale Materialien für Verbrauchsprodukte.

Ringwald: „Standort in Dormagen ist nicht mehr rentabel zu betreiben“

Für Dormagen ist bei dieser Neuordnung offenbar kein Platz mehr. „Der Kostendruck in der Branche ist enorm, wir müssen wettbewerbsfähig bleiben“, sagt Ringwald.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen. Die Produktionsfelder umfassen Bereiche wie Edelmetalle, Sensoren, Biomaterialien, Medizin- und Dentalprodukte sowie Quarzglas und Speziallichtquellen. Mit einem Produktumsatz von 4,8 Milliarden Euro und einem Edelmetallhandelsumsatz von 21,3 Milliarden Euro sowie weltweit 13 300 Mitarbeitern in 120 Gesellschaften hat Heraeus eine führende Marktposition.

Der Standort in Dormagen sei schlichtweg nicht mehr rentabel zu betreiben, „da geht es dann leider auch nicht ohne Personalreduzierung“, erklärt der Unternehmenssprecher.

Die Produktionsstandorte in Usingen, Hanau und Wasserburg sollen unverändert fortgeführt werden. „In Deutschland sind insgesamt 160 Mitarbeiter von den Veränderungen betroffen, Dormagen ist mit dem Abbau von 100 Arbeitsplätzen die größte Maßnahme.

Das ist natürlich ein unangenehmer Schritt, der aber im Sinne des gesamten Unternehmens leider unumgänglich ist“, erklärt Ringwald. Es solle versucht werden, möglichst viele der Mitarbeiter an der Alten Heerstraße in andere Unternehmen zu vermitteln.

Auch Geschäftsführer Martin Haase bezieht in einer Mitteilung Stellung zu den Plänen des Unternehmens: „Wir bedauern diese Personalanpassung sehr. Aber sie ist nötig, um den eingetretenen Marktveränderungen im Materialgeschäft Rechnung zu tragen.

Wir haben es jahrelang geschafft, uns durch Neuerungen und Qualität einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Dies ist nicht länger möglich.“ Um im Markt zu bleiben, hätte man eine Antwort auf den Preiswettbewerb entwickeln müssen.

„Mit der Neuausrichtung schaffen wir uns eine gute Ausgangsposition, um in beiden Märkten weiteres Wachstum zu generieren“, so Haase.

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