SPD greift CDU an. Die schiebt wiederum dem TSV Bayer den Schwarzen Peter zu.

Römer Therme
Jetzt entscheiden die Dormagener im Rahmen eines Bürgerentscheids über die Zukunft der Römer Therme.

Jetzt entscheiden die Dormagener im Rahmen eines Bürgerentscheids über die Zukunft der Römer Therme.

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Jetzt entscheiden die Dormagener im Rahmen eines Bürgerentscheids über die Zukunft der Römer Therme.

Dormagen. Ein süßes Bonbon plante Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann dem scheidenden Chemparkleiter Walter Leidinger zu überbringen. Stattdessen musste er eine bittere Pille verabreichen.

„Ich bin fassungslos, denn eigentlich wollte ich Ihnen heute die Zukunft der Römer Therme schenken. Nun hoffe ich, dass dies über den Bürgerentscheid nachgeholt werden kann“, erklärte der Verwaltungschef im Zonser Gewölbekeller, wo Leidinger am Montagabend seinen Ausstand gab.

Hoffmann kam geradewegs aus der Sondersitzung des Stadtrates, der mit Mehrheit das Bürgerbegehren des TSV Bayer Dormagen zum Erhalt des Freibads abgelehnt hatte. Zuvor hatte sich die Koalition aus CDU, FDP und Grünen völlig unerwartet einem städtischen Zuschuss zum Schwimmbad verweigert. Nun kommt es zum Bürgerentscheid (WZ berichtete).

Lob von Zentrum und BfD, SPD geht auf die Barrikaden

Zentrum und Bürger für Dormagen (BfD) lobten die Koalition für ihren „Mut zum Bürgerentscheid“, die SPD aber ging auf die Barrikaden. „Sie sitzen auf dem hohen Ross und wissen jetzt nicht mehr, wie Sie da runterkommen sollen.

Ich bin erschüttert, wie eine Mehrheit so gegen das Wohl der Stadt entscheiden kann“, polterte Bernhard Schmitt, Fraktionsvorsitzender der Sozialdemokraten, in Richtung CDU.

Fraktionsvize Detlev Zenk sprach von einem „Konflikt innerhalb der Partei und der Fraktion“, der auf dem Rücken eines Vereins ausgetragen werde – und dürfte damit richtig liegen.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Zuschussfrage für die Römer Therme die CDU-Fraktion in zwei Lager spaltet. An der Spitze der Befürworter steht der seit seiner Landtags-Niederlage angezählte Fraktionschef Wiljo Wimmer.

Altbürgermeister Reinhard Hauschild und Stadtverbandschef André Heryschek führen die Gegner einer städtischen Kostenbeteiligung an. Die setzten sich in einer Kampfabstimmung nur eine Viertelstunde vor Beginn der Ratssitzung am Montag mit acht zu sechs Stimmen durch.

Offiziell aber schiebt die CDU dem TSV Bayer den Schwarzen Peter zu, dessen Vertreter sich nicht „werbend und argumentativ um unsere Stimmen beworben“ hätten, so Heryschek.

Der Verein verweigere ein politisches Mitspracherecht in der Sparte Schwimmen und lege seine Finanzen nicht offen. Dies sei jedoch „Grundvoraussetzung dafür, gemeinsam konstruktiv-kritische Lösungsvorschläge zum Erhalt der Römer Therme erarbeiten zu können und städtische Mittel freizumachen“.

Die Vereinsspitze wollte sich am Dienstag nicht öffentlich zum weiteren Vorgehen äußern. Geschlossen waren die Türen in der Geschäftsstelle am Höhenberg, wo Vereins- und Konzernvertreter sich berieten. „Die Stimmung ist am Boden, es ist vieles in Bewegung“: Mehr gab TSV-Breitensport-Vorstand Rainer Lisson nicht zu Protokoll.

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