Fähre „Piwipp“ setzte nach 35 Jahren erstmals wieder über.

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Bis Oktober pendelt die Personenfähre wieder über den Rhein. Im Böötchen haben acht Passagiere Platz.

Bis Oktober pendelt die Personenfähre wieder über den Rhein. Im Böötchen haben acht Passagiere Platz.

dth

Bis Oktober pendelt die Personenfähre wieder über den Rhein. Im Böötchen haben acht Passagiere Platz.

Dormagen. Wasserfontänen, Böllerschüsse, Menschenmassen: Dem Piwipper Böötchen wurde ein wahrhaft spektakulärer Empfang bereitet, als es am Wochenende, gesteuert von den beiden Kapitänen Wolfgang Hoffmann und Bernd Voigt, den Rhein kurz vor Stromkilometer 714 erreichte.

Zahlreiche Schaulustige waren gekommen, um die erste Fahrt der kleinen Personenfähre nach langen Jahren mitzuerleben. Ein beeindruckendes Bild bot sich von beiden Seiten: an Land die Menschenmassen, auf dem Wasser das Begrüßungsfontänen spritzende Feuerwehrschiff, Boote der DLRG, ein festlich herausgeputzter Aalschocker und verschiedene Sportboote der Rudervereine aus Dormagen, Monheim und Benrath.

Nach 35 Jahren gibt es nun wieder eine Fähre zwischen Dormagen und Monheim. Zu verdanken ist dies dem Verein Piwipper Böötchen, der es in zweieinhalb Jahren geschafft hat, diese alte Verbindung wieder aufleben zu lassen.

„Die Genehmigungen waren das Schwierigste“, sagt Vorsitzender Heiner Müller-Krumbhaar, der es mit 25 verschiedenen Behörden zu tun hatte. Eine Genehmigung gab es sogar noch ganz frisch am Tauftag von der Schiffsuntersuchungskommission in Mainz, die nun auch ausgedehnte Längsfahrten möglich macht, wie der Vorsitzende in seiner Begrüßungsansprache mitteilte.

Vor der Schiffstaufe hatten zahlreiche Redner das Wort

Bevor es zur eigentlichen Taufe kam, hatten zahlreiche Redner das Wort. Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann begrüßte die Direktverbindung über den Rhein: „Die schäl Sick ist noch nie so nah gewesen.“ Hoffmann sieht darin nicht nur die bloße Wiederaufnahme der Fährverbindung, sondern auch die Möglichkeit einer völlig neuen Zusammenarbeit, von der Dormagen und Monheim profitieren könnten.

Der Testbetrieb läuft an den Wochenenden bis Mitte Oktober von 11 bis 18 Uhr. Die Inbetriebnahme der „Piwipp“ hat mehr als 200 000 Euro gekostet. Karl Gormanns vom Landschaftsverband Rheinland hob die Bedeutung der Verbindung für das Rad- und Wanderwegenetz hervor. Taufpate Patrick Schwarz-Schütte, der in Vertretung seines in den USA weilenden Vaters Rolf gekommen war, betonte, dass das Böötchen ein wichtiges Projekt sei, weil es die Städte zum Rhein hin öffne.

Vor der eigentlichen Taufe befestigte Alexander Mohr, der als Monheimer Prinz in der Session 2010/11 regierte, seinen Karnevalsorden mit einem starken Magneten am Schiff. Mit einer Magnumflasche Sekt taufte schließlich Patrick Schwarz-Schütte das Böötchen auf den Namen „Piwipp“. Dann legte das Schiff zur Ehrenrunde auf dem Rhein ab.

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