Unter Federführung von Peter Giesen hat die CDU eine Dokumentation über ihre Geschichte im Rhein-Kreis Neuss erstellt.

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Vertieft in die Geschichte: CDU-Vorsitzender Lutz Lienenkämper und der ehemalige Vorsitzende Hans-Ulrich Klose, CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling sowie Heinz Günther Hüsch (über 50 Jahre im Neusser Stadtrat) und Initiator Peter Giesen (v.l.).

Vertieft in die Geschichte: CDU-Vorsitzender Lutz Lienenkämper und der ehemalige Vorsitzende Hans-Ulrich Klose, CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling sowie Heinz Günther Hüsch (über 50 Jahre im Neusser Stadtrat) und Initiator Peter Giesen (v.l.).

Marc Ingel

Vertieft in die Geschichte: CDU-Vorsitzender Lutz Lienenkämper und der ehemalige Vorsitzende Hans-Ulrich Klose, CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, Bundestagsabgeordneter Ansgar Heveling sowie Heinz Günther Hüsch (über 50 Jahre im Neusser Stadtrat) und Initiator Peter Giesen (v.l.).

Rhein-Kreis Neuss. Als die Bundesrepublik noch nicht geboren und das Grundgesetz noch nicht geschrieben war, gehörte Heinz Günther Hüsch als JU-Politiker bereits am 4. November 1945 dem neuen Neusser CDU-Stadtverband an.

Später schrieb der heute 81-Jährige mit seinen langjährigen politischen Weggefährten Hans-Ulrich Klose und Peter Giesen Geschichte: Das Trio wurde während der gemeinsamen Zeit im Landtag die „drei Heiligen Könige von Neuss“ genannt. Am Dreikönigstag 2011 kamen sie jetzt erneut zusammen, um ein ganz besonderes Projekt vorzustellen.

Unter der Federführung von Peter Giesen, ehemaliger Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Grevenbroich und heute Ehrenvorsitzender der Kreis-CDU, ist eine imposante Chronik der vergangenen 65 Jahre entstanden. In neun dicken Aktenordnern finden sich Briefe, Texte, Parteitagsprotokolle und zahlreiche Fotos, die in chronologischer Reihenfolge die Vergangenheit der CDU an Rhein und Erft wiedergeben.

„Wir sind keine Historiker, sondern Sammler.“

Peter Giesen, CDU-Politiker

In mühevoller Kleinarbeit hat Giesen mit Unterstützung von Hans-Georg Pelzer und Karl Emsbach vom Kreisarchiv diese Erinnerungsstücke zusammengetragen. Die Idee hatte Giesen erstmals 2002, nun ist das Projekt so gut wie abgeschlossen. „Es ist an der Zeit festzuhalten, was die Zeugen noch wissen“, sagt der ehemalige Schulleiter aus Garzweiler.

Und so ist die politische Materialsammlung nicht nur Teil der Parteigeschichte, sondern zugleich auch ein wichtiges Stück Geschichte von Stadt und Kreis Neuss: Als dominierende Kraft stellt die CDU alle Ober-, und Bürgermeister in Neuss seit 1946 und sämtliche Landräte.

Kommunale Neugliederung als politische Herausforderung

Nicht nur Konrad Adenauer verschaffte der CDU einen starken Rückhalt im Rheinland. An dem heute 89-jährigen Jüchener Peter Giesen, dem 81-jährigen Neusser Heinz Günther Hüsch sowie dem 75-jährigen Korschenbroicher Hans-Ulrich Klose ist ebenso abzulesen, wie Politiker eine Partei prägen können. „Geschlossen, aber dennoch mit unterschiedlichen Meinungen“, betont der CDU-Vorsitzende Lutz Lienenkämper gestern.

Eine politische Zäsur und zugleich Herausforderung war die kommunale Neugliederung und die daraus resultierende Geburtsstunde des Kreises am 1. Januar 1975. Der Kreisverband Neuss und der Kreisverband Grevenbroich fusionierten. „Wir mussten eine aufgewühlte CDU zusammenbringen“, erinnert sich Heinz Günther Hüsch an die Zeit der Gebietsreform.

Es hat sich ausgezahlt: In der ersten Wahl nach der Neugliederung fuhr die CDU ihr bestes Ergebnis ein. Die Satzung des neuen CDU-Kreisverbandes wurde am 24. Januar 1976 einstimmig beschlossen, der erste Kreisparteitag fand in Frimmersdorf statt.

Auch die Besuche von Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß, Helmut Kohl oder Angela Merkel sind vermerkt. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe lobt das Engagement: „Wir stehen auf den Schultern der Altvorderen.“ Für eine Veröffentlichung als Buch müsse die Dokumentation noch wissenschaftlich überarbeitet werden.

„Es ist eine Sammlung, die die Literatur ergänzen soll“, sagt Giesen und beruft sich auf den ersten Kanzler der Republik: „Wer die Zukunft gestalten will, muss die Vergangenheit kennen.“

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