Freitag startete der Abbruch des Hallenbades. Der etwa 10,7 Millionen Euro teure Neubau soll im April beginnen.

Baustelle
Der Abbruch des alten Hallenbades soll noch bis Februar andauern.

Der Abbruch des alten Hallenbades soll noch bis Februar andauern.

Anja Tinter

Der Abbruch des alten Hallenbades soll noch bis Februar andauern.

Grevenbroich. Für Willi Peitz wurde Freitag ein echter Männertraum wahr: Bagger fahren und richtig was kaputt machen. Der Geschäftsführer der Gesellschaft „GWG Kommunal“ riss mit einem 3,5 Tonnen schweren Raupenfahrzeug die erste Fensterfront des alten Schlossbades ein – und gab damit das Startzeichen für den Abbruch des 45 Jahre alten Baus.

Direkt nach diesem symbolischen Akt übernahm Baggerführer Udo Ohlig das Steuer, denn ab jetzt muss es schnell gehen. Bis Ende Februar soll das Hallenbad dem Erdboden gleich gemacht werden. „Im April beginnen wir mit dem Neubau“, sagte Peitz. Sein Ziel heißt: Zum Ende des ersten Quartals 2017 wird das 10,7 Millionen Euro teure Bad öffnen.

Bereits seit November wird das Gebäude entkernt. Decken und Fußböden wurden herausgerissen, Elemente aus Glas, Kunststoff, Holz und Metall ausgebaut, sortiert und separat entsorgt.

Unter ohrenbetäubendem Lärm fielen am Vormittag die ersten Teile des Schlossbades der Abrisszange zum Opfer. Bürgermeisterin Ursula Kwasny beobachtete die Szene mit gemischten Gefühlen.

„Das tut mir schon ein bisschen weh, schließlich kenne ich das Schlossbad bereits seit Jugendzeiten“, meinte die Verwaltungschefin. Dennoch überwog bei ihr die Freude: „Es entsteht ja etwas Neues, mit dem die Grevenbroicher ganz sicherlich zufrieden sein werden“, sagte Kwasny.

Abbruchmaterial wird wiederverwendet

Bis zu 6000 Tonnen Abbruchmaterial müssen in den nächsten Wochen abtransportiert werden, etwa 400 Lastwagen werden bis Ende Februar die Baustelle verlassen. Ein großer Teil des Betons wird wieder zurückkehren: „Wir werden das Material schreddern und es als Untergrund für die neue Feuerwehrzufahrt nutzen“, erklärte Dieter Paul, Bauleiter des Abrissunternehmens „Prangenberg und Zaum“.

Allein mit roher Gewalt kann die Firma aber nicht vorgehen, mitunter muss sie vorsichtig agieren. Vor allem in dem Bereich, unter dem der Schießkeller der Sportschützen liegt. „Dort gilt es, wachsam zu sein, damit die Decke nicht zerstört wird“, berichtete Thomas Philipsen, der den Abbruch koordiniert. Ebenfalls schwierig: Der Beckenbereich wird von 25 Meter langen Stahlbetonträgern gequert, die in einem Stück geborgen werden müssen.

Freitag wurde die Baustelle im Schatten des Alten Schlosses mit einer Videoüberwachung ausgerüstet. Aus gutem Grund: „Der Vandalismus hat zugenommen“, betonte Willi Peitz.

Zum Jahreswechsel schlugen Unbekannte mehrere Scheiben des Hallenbades ein und machten es sich im Inneren des Gebäudes bequem. Peitz warnt vor solchen Aktionen: „Das sollte man lassen, das Betreten der Baustelle ist mit Gefahren verbunden.“

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