Der Ausbau der A 57 auf sechs Spuren bedeutet mehr Staus für die Pendler nach Düsseldorf.

Verkehr
Auf der A 57 staut sich der Verkehr auch ohne Sperrungen schon jetzt häufig. Archiv

Auf der A 57 staut sich der Verkehr auch ohne Sperrungen schon jetzt häufig. Archiv

Andreas Bischof

Auf der A 57 staut sich der Verkehr auch ohne Sperrungen schon jetzt häufig. Archiv

Kaarst. Mit dem Schwung ist es im neuen Jahr schnell vorbei – jedenfalls, wenn man über das Autobahnkreuz Kaarst fahren will. Denn am Samstag wird eine weitere Verbindung zwischen den ohnehin mit Baustellen besetzten Autobahnen 52 und 57 gesperrt – und das für zwei Jahre.

Gesperrt sind ab Samstag dann die direkte Verbindung von der A 57 aus Richtung Krefeld nach Düsseldorf auf die A 52 sowie weiterhin die Verbindung von der A 52 aus Mönchengladbach auf die A 57 in Richtung Krefeld.

Wer von Krefeld aus über die A 52 in Richtung Düsseldorf will, muss deshalb nun erst auf der A 52 in die „falsche Richtung“, nämlich nach Mönchengladbach fahren. An der Anschlussstelle Kaarst-Nord fährt man ab und auf der Gegenseite in Richtung Düsseldorf wieder auf. Ein Nadelöhr, wo der Verkehr eher stehen als fließen dürfte.

Die Ausweichstrecken sind schon jetzt überlastet

Eine andere Möglichkeit für die vielen tausend Pendler zwischen Krefeld und Düsseldorf ist es, im Autobahnkreuz Meerbusch auf die A 44 Richtung Düsseldorf-Flughafen zu wechseln. Die Einfallstraßen in die Landeshauptstadt sind allerdings schon jetzt überlastet.

Auch wer sich über Meerbusch-Bovert oder die Düsseldorfer Stadtteile Heerdt, Lörick und Oberkassel zur anderen Rheinseite schlängeln will, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit regelmäßig im Stau stehen.

Während der Bauarbeiten werden beim Kaarster Kreuz alle vier Fahrspuren der A57 auf der östlichen Fahrbahnseite zusammengelegt. Die Breite der Fahrspuren schrumpft dadurch auf das Minimalmaß von 3,25 Meter.

Seit Ende November ist wegen der Sperrung im Kaarster Kreuz bereits eine Umleitung von Mönchengladbach nach Krefeld über die Autobahnkreuze Neersen und Meerbusch eingerichtet. Sie bleibt ebenfalls bis Ende 2015 bestehen.

Alle Autofahrer mit anderen Routen werden zwar durch Baustellen beeinträchtigt, behalten aber bis auf weiteres ihre gewohnten Strecken.

Umbau des Kreuzes Kaarst ist „eine Operation am offenen Herzen“

Grund für die Sperrungen ist der sechsspurige Ausbau auf dem 21 Kilometer langen Autobahnstück zwischen den Kreuzen Kaarst und Neuss-West. Dafür wird das Kreuz in Kaarst komplett abgebrochen und neu aufgebaut – „eine Operation am offenen Herzen“ nennt das Projektleiter Josef de Mülder vom Landesbetrieb Straßen-NRW.

Der Umbau, der 22 Millionen Euro kostet, ist ein Herzstück des sechsspurigen Ausbaus der Niederrhein-Magistrale A 57 zwischen Kamp-Lintfort und Köln-Nord. Mit 112 000 Fahrzeugen pro Tag zählt diese Autobahn zu den stauträchtigsten in NRW.

Deshalb gehört das Projekt im Bundesverkehrswegeplan zur Kategorie mit der höchsten Priorität. Ein Drittel der 63 Kilometer langen Strecke ist bereits fertiggestellt, 200 Millionen der insgesamt veranschlagten 690 Millionen Euro wurden ausgegeben.

Durch die Sperrungen sind mehr Staus, zumal in der dunklen Jahreszeit, unausweichlich. Bei Straßen-NRW ist man dennoch optimistisch. „Nach einer Anfangsphase wird sich das sicher einpendeln“, sagt Sprecherin Christine Binz mit Blick auf bisherige Erfahrungen.

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