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Grün telefonieren

Smartphones aus fairer Produktion

Smartphones werden immer dünner und gleichzeitig leistungsstärker. Damit das funktioniert, benötigen sie seltene Mineralien. Coltan zum Beispiel, das im Tantal-Elektrolytkondensator in jedem Mini-Elektrogerät eingebaut ist. Eines der Haupt-Abbaugebiete von Coltan liegt in der Demokratischen... mehr

Grün ernähren

Alles mal einfach

Natürlich soll die Möhre vom Feld nebenan kommen. Auch für Kartoffeln besteht faktisch keinerlei Notwendigkeit, aus Ägypten in deutsche Supermärkte zu reisen. Bei Produkten, die im heimischen Klima in ausreichender Menge gedeihen, verlangt der Konsument dies. Dennoch möchte auch Niemand mehr... mehr

Grün wohnen

Strom sparen mit neuen Haushaltsgeräten

Im dunklen Winter bei Windstille sind nach wie vor Kohle- und Atomkraftwerke nötig, damit genügend Strom für die zahlreichen Abnehmer produziert wird. Seit 1998 arbeitet die EU daran, den Energieverbrauch im Haushalt durch Vorgaben zu reduzieren. Sie schaffte Label, mit denen die Käufer auf einen... mehr

Grün mobil

Vernetzter Mehrwert

Die Gleichberechtigung zwischen Mensch und Maschine wurde gerade erst gesetzlich festgeschrieben. An deutschen Steuern dürfen Computer jetzt auch die vollständige Kontrolle in allen Situationen und bei jeder Geschwindigkeit übernehmen. Damit steht der weiteren Entwicklung autonomer Fahrzeuge auf... mehr

GRÜN speichern

Super-Akkus: noch nicht in Sicht

Das Grundprinzip eines Akkus ist immer das gleiche: Gibt er Strom ab, wird dazu chemische Energie in elektrische Energie umgewandelt. Beim Aufladen fließen die Elektronen dann in die Gegenrichtung. Ursprünglich wurden dafür Blei und Bleidioxid verwendet. Dann kamen Nickel-Cadmium-Akkus, die auch... mehr

GRÜN reisen

Urlaub mit der Natur

Eine Milliarde Menschen unternehmen jedes Jahr mindestens eine Urlaubsreise. Allein die etwa 80 Millionen Deutschen machen jährlich rund 70 Millionen Erholungsreisen. Ziel Nummer eins: Kontakt zur Natur. Dabei ist nachhaltiger Tourismus auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich. Einerseits geht... mehr

Grün Beilage

Vorwort

  • Ulli Tückmantel
    Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung

    Liebe Leserinnen und Leser,
    in 100 Jahren sollten wir hier weg sein. Dann wird die Erde unbewohnbar. Um unser Überleben zu sichern, müssten wir beginnen, Kolonien auf anderen Planeten gründen. Denn das „Mutterschiff der Menschheit“ ist zu langsamen Siechtum verdammt, zerstört von den eigenen Bewohnern. So sagt es zumindest der Astrophysiker Stephen Hawking in seiner neusten Prognose für die Menschheit voraus. Doch wir werden nicht alle auswandern können und wollen. Das Naheliegende zu tun, wäre sehr viel einfacher: Wir müssen unserer Verantwortung als dominante Art auf unserem Heimatplaneten gerecht werden. Das sollte eigentlich nicht schwerer sein, als die Technologie zur Kolonisierung fremder Welten zu entwickeln.

    Jeden Tag drücken wir der Erde den Stempel unserer Lebensweise auf. Raum für menschliche Bedürfnisse zu schaffen ist legitim, solange wir dabei die Dinge, die uns das Überleben auf diesem Planeten ermöglichen, nicht vernichtend mit Füßen treten. Über den Flächenfraß von Wohnbauten und Straßen lässt sich immer trefflich streiten, über die Zerstörung wichtiger Ökosysteme durch Müll nicht. In jeder Minute entleert sich ein Müllwagen voller Plastik in die Weltmeere. Seit sie hier angefangen haben zu lesen, sind es schon wieder zwei mehr. Unsere Rohstoffe, die wir mit viel Aufwand und Energie aus der Natur gewonnen haben, müssen in Recycling-Stoffkreisläufen bewegt werden. Sie zurück in die Natur zu kippen, bedeutet doppelten Schaden: für die Lebenserhaltungssysteme des Planeten und damit auch für uns Menschen. Darüber hinaus kostet die Wiedergewinnung der Rohstoffe einen immensen Aufwand an Energie, Zeit und Umwelt. Auch diese Aufwände bezahlt am Ende die Natur – also wir alle.

    Es ist ja verrückt: Warum können moderne Industrie-Gesellschaften nahezu alle Metalle in Recycling-Kreisläufen organisieren, gleichzeitig landen jedoch Kunststoffe massenhaft in den Weltmeeren? Die Antwort ist beschämend einfach: weil es sich lohnt. Weil bei Metallen die technologischen Fähigkeiten und der wirtschaftliche Sinn zusammenkommen. Bei Plastik ist dies nicht der Fall. Zu über 50 Prozent verbrennen wir Kunststoffabfälle einfach – die Neuproduktion ist im Vergleich zu aufwändigem Recycling einfach zu günstig. Für die Erde ist Geld keine relevante Größe. Geld bewirkt in der Natur gar nichts - es kann dort nur verrotten. Es ist an der Zeit, die wirtschaftlichen Systeme so zu gestalten, dass die Gier nach Geld planetenerhaltend wirkt. Dies ist ausschließlich eine Frage des Willens und der Priorität.

    Einer Studie des Weltwirtschaftsforums zufolge könnte es schon im Jahr 2050 mehr Plastik als Fisch in den Ozeanen geben. Für Kunststoffe gibt es keinen natürlichen Abbau-Mechanismus. Eine Plastikflasche benötigt etwa 450 Jahre, eine Angelschnur sogar 600 Jahre, bis sie zersetzt ist. Dabei werden die Kunststoffe aber eben nicht von Mikroorganismen abgebaut, sondern das Plastik zerfällt lediglich durch die mechanischen Einflüsse. Aus einem Kubikzentimeter Kunststoff entstehen so Millionen unsichtbarer Mikropartikel. Aus den Augen aus dem Sinn? Leider nein: Aus den Augen in den Magen, müsste es in den maritimen Nahrungsketten heißen, an deren Ende immer wir Menschen stehen. Jedes Kilo Plastikabfall, das wir ins Meer werfen, kehrt wie ein Bumerang zu uns zurück.

    Mit der vorliegenden Ausgabe von grün! möchten wir Ihnen Anregungen geben, wie jeder von uns sein Geld für die Natur sinnvoller einsetzen kann. Dem Kreislauf der Zerstörung können wir entkommen und in vernünftiges Gleichgewicht zurückkehren. Ob es gelingt, liegt ausschließlich an uns.

    Ihr Ulli Tückmantel

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