Der erste Herbststurm des Jahres in NRW hat ein Todesopfer gefordert. In vielen Städten gab es teils erhebliche Behinderungen.

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Glück im Unglück in Wuppertal, wo der Sturm Mittwoch einen Baum entwurzelt hatte.

Glück im Unglück in Wuppertal, wo der Sturm Mittwoch einen Baum entwurzelt hatte.

Christoph Petersen

Glück im Unglück in Wuppertal, wo der Sturm Mittwoch einen Baum entwurzelt hatte.

Düsseldorf. Ein vom Sturm umgeworfener Baum hat im Hochsauerlandkreis einen Mann erschlagen. Der 53-Jährige führte am frühen Mittwochnachmittag bei Brilon Vermessungsarbeiten an einem Wald aus, als das Unglück geschah. Der starke Wind entwurzelte in seiner unmittelbaren Nähe eine etwa 20 Meter hohe Fichte, die auf ihn fiel, wie die Polizei mitteilte. Der Bauleiter fand den Mann und alarmierte den Rettungsdienst. Die Bergung gestaltete wegen des starken Windes sehr schwierig. Ein weiterer Baum fiel um. Auch in Hamburg gab es zwei Tote: Ein Mann wurde von einem Gerüst erschlagen, ein Rollstuhlfahrer ertrank in der Elbe.

Sturmtief "Sebastian" hat in weiten Teilen von Nordrhein-Westfalen Schäden an Autos und Gebäuden verursacht. Auf Straßen und Schienen war am Mittwoch Geduld gefragt.

Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte, habe es «über das ganze Land verteilt immer wieder Probleme» gegeben. Zwischen Gruiten und Solingen mussten am Morgen mehrere Züge wegen einer Streckensperrung über Wuppertal und Düsseldorf umgeleitet werden. Ein weiteres Streckenstück bei Drensteinfurt im Münsterland war wegen eines umgefallenen Baumes noch bis zum Nachmittag nur eingleisig befahrbar. Bereits am Morgen war bei Gummersbach ein Zug mit einem Geäst kollidiert. Die Reisenden mussten in Busse umsteigen. Die Strecke blieb für etwa zwei Stunden gesperrt.

Der Wuppertaler Zoo wurde am Nachmittag vorsorglich für mehrere Stunden geschlossen. Weil sich wegen heftiger Sturmböen Teile einer Hausfassade an der Wuppertaler Gathe lösten und auf die Straße fielen, war die Straße kurzfristig gesperrt. Der Gehweg blieb zunächst vorsorglich geschlossen. In Wuppertal musste die Feuerwehr zudem schon am frühen Morgen auf der Inselstraße einen herabgestürzten Ast wegräumen. Am Vormittag war dann ein großer Baum an der Berliner Straße auf den Bürgersteig gestürzt.

In Krefeld fiel ein Baum auf die Oberleitung einer Straßenbahn. Der betroffene Bereich musste für den gesamten Nachmittag gesperrt werden.

Die Duisburger Polizei meldete am Mittag eine größere Zahl wetterbedingter Einsätze im Stadtgebiet. Mehrere geparkte Autos wurden durch herabfallende Äste beschädigt. Andernorts kippten Bauzäune um.

In Münster wurde eine Frau wurde durch eine zersplitternde Glastür verletzt. Der Wind erfasste Dachziegeln und entwurzelte Bäume. Mehrere Autos wurden beschädigt. Auch im Kreis Steinfurt gingen viele Anrufe bei der Polizei ein. Zwei Frauen wurden bei einem Aquaplaning-Unfall verletzt. In der Gemeinde Lotte stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Autofahrer wurden von der Polizei angehalten, besonders vorsichtig zu fahren. Im Kreis Coesfeld meldete die Feuerwehr bis 16.00 Uhr insgesamt 33 Einsätze wegen gefallener Bäume und Äste.

Laut Deutschem Wetterdienst ist in NRW den ganzen Tag über mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 85 Kilometern pro Stunde zu rechnen. Im Aachener Raum, Münsterland, Ostwestfalen und in den Gipfellagen von Rothaargebirge und Eifel seien sogar Sturmböen von bis zu 100 Stundenkilometern möglich. Erst in der Nacht soll sich die Lage allmählich beruhigen. red/dpa

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