Mit Sturm und Schnee, Hagel und starkem Regen hat sich das Sturmtief „Friederike“ angekündigt. Am Vormittag soll es über NRW hinwegfegen. Vor allem Zoo, Märkte und Schulen haben sich vorbereitet.

Wetter in NRW
Schnee, Regen und Eis haben am frühen Mittwochmorgen den Verkehr in Nordrhein-Westfalen behindert.

Schnee, Regen und Eis haben am frühen Mittwochmorgen den Verkehr in Nordrhein-Westfalen behindert.

Jens Keblat

Schnee, Regen und Eis haben am frühen Mittwochmorgen den Verkehr in Nordrhein-Westfalen behindert.

Düsseldorf. Mit ersten schweren Böen und starken Regengüssen hat sich das Sturmtief „Friederike“ am Donnerstagmorgen angekündigt. Im Laufe des Tages könnte es nach Einschätzung des Wetterdienstes in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens sehr ungemütlich werden: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab für die Zeit bis zum Abend eine Unwetterwarnung für alle fünf NRW-Regierungsbezirke heraus.

Erwartet werden Sturmböen bis zu orkanartigen Böen von 90 bis 130 Kilometern pro Stunde. In der Region Aachen wurden am Morgen bereits Böen von 80 bis 90 Kilometer pro Stunde erreicht, deutlich stärker könnte es später am Niederrhein, im Münsterland, im östlichen Ruhrgebiet, Ostwestfalen-Lippe und im Rothaargebirge werden. Die Polizei erklärte in der Nacht, sie sei auf den Sturm vorbereitet. Im Osten Nordrhein-Westfalens sollte es zudem noch in den Morgenstunden schneien.

Schulen können selbst wählen, ob sie aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben. Bleibt eine Schule geöffnet, können die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder lieber zu Hause lassen wollen. Sie müssten dann aber die Schule informieren, teilte das Ministerium mit.

Die Stadt Neuss entschloss sich in Absprache mit der Feuerwehr und dem Deutschen Wetterdienst (DW), den Unterricht an den über 100 Neusser Schulen ausfallen zu lassen. Das gab Stadtsprecher Peter Fischer am späten Mittwochabend bekannt. Schuldezernentin Christiane Zang informierte am selben Abend noch die Schulleiter in einem Rundruf.

Der Streckenagent NRW informiert kostenlos per WhatsApp, DB Streckenagent App oder Twitter. Weitere Möglichkeiten: unter bahn.de im DB-Navigator oder telefonisch bei der Reiseauskunft unter 180/6996633 (20ct/Anruf, Mobilfunk max. 60 ct/Anruf)

Auch im Kreis Viersen blieben einige Schulen geschlossen. Die Zahl der Schüler, die am Donnerstag zur Schule gekommen sind, sei ohnehin gering gewesen, sagte ein Stadtsprecher.

Schulschließungen wegen Sturmfolgen hatte es etwa Anfang Juni 2014 in weiten Teilen des Ruhrgebietes gegeben. Dort blieben damals etwa in Essen, Mülheim, Herne, Bochum, Gelsenkirchen und Castrop-Rauxel sowie in Neuss die Schulen zu, weil die Verantwortlichen nach einem heftigen Pfingststurm und möglicherweise umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Ästen um die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg fürchteten.

Der Deutsche Wetterdienst hat für die Städte Krefeld, Wuppertal, Düsseldorf und für das ganze Umland Sturmwarnungen herausgegeben. 

Wetter in NRW
Foto: Jens Keblat

Ein Auto steht in Wettringen nach einem Glatteis-Unfall im Graben.

Die Deutsche Bahn hat den Zugverkehr in komplett NRW eingestellt.

Die Feuerwehr riet den Bürgern, am Donnerstag nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Wer sich draußen aufhalte, sollte zumindest Bäume meiden und auf umherfliegende Gegenstände achten. Herabstürzende Äste oder Dachziegel seien zu befürchten, hieß es in der Warnung des DWD. Es könnten auch Bäume entwurzelt werden, weil der Boden durch den tagelangen Regen sehr stark aufgeweicht ist. In Köln, Dortmund, Krefeld und Duisburg bleiben die Zoos geschlossen, in Bochum wurden die Wochenmärkte abgesagt.

Aufgrund des Sturmtiefs sind am Münchner Flughafen einige Flüge gestrichen worden. Acht Flüge von und nach Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Köln der Lufthansa wurden wegen des Sturmtiefs annulliert, wie der Flughafen München am Donnerstagmorgen mitteilte.

„Friederike“ dürfte nach Einschätzung eines Experten des Deutschen Wetterdienstes aber nicht so große Schäden anrichten wie Sturmtief „Xavier“ im Oktober. Damals hätten die Bäume wesentlich mehr Laub getragen und damit dem Wind mehr Angriffsfläche geboten als jetzt im Januar, sagte DWD-Meteorologe Markus Eifried am frühen Donnerstagmorgen. Er gehe nicht davon aus, dass „Friederike“ ein ähnliches Schadensniveau erreichen könne. Beim Sturm „Xavier“ waren im Herbst sieben Menschen durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste getötet worden, der Bahnverkehr im Norden und Osten wurde lahmgelegt.

Schnee und glatte Straßen sorgten bereits am Mittwoch für zahlreiche Unfälle auf den Straßen in NRW. Allein bei mehreren Busunfällen wurden insgesamt 17 Menschen verletzt, darunter Schulkinder, wie die Polizei mitteilte. Im oberbergischen Nümbrecht kam ein Bus auf abschüssiger Strecke bei Schneeglätte von der Fahrbahn ab. Dabei seien der Fahrer und weitere sieben Menschen leicht verletzt worden, unter ihnen auch Schulkinder, sagte ein Polizeisprecher.

Auf der Landstraße 194 bei Euskirchen wurden sieben Menschen bei einem Unfall mit einem Schulbus leicht verletzt. Bei Kall im Kreis Euskirchen verletzte sich ein Rollerfahrer schwer. Auf der Bundesstraße 265 bei Zülpich krachte ein Bus gegen einen Baum. Der Fahrer sei schwer verletzt worden, ein Fahrgast erlitt leichte Verletzungen. In Porta Westfalica fuhr eine Frau mit drei Kindern im Auto auf glatter Straße in die Leitplanke. Alle vier mussten ins Krankenhaus. In Paderborn rutschte eine Frau mit ihrem Wagen frontal vor einen Baum und wurde schwer verletzt.

Auf der A 2 verunglückte ein Lkw zwischen Herford und Vlotho. Der Anhänger blockierte zwei Spuren, die Autobahn musste in Fahrtrichtung Hannover gesperrt werden. Der Fahrer wurde verletzt. Auch die A 44 in Richtung Dortmund musste wegen eines Unfalls in Höhe von Lichtenau gesperrt werden. Ein Lastwagen stand nach einem Unfall auf rutschiger Fahrbahn quer. In Neunkirchen rammte ein Streufahrzeug einen Linienbus. Der Busfahrer wurde leicht verletzt. Auf der A46 verlor ein Lkw nach einem Unfall Diesel, die Autobahn musste teilweise gesperrt werden.

Im Raum Detmold und bei Duisburg mussten Straßen wegen Schneefall und Hagel gesperrt werden. Streufahrzeuge waren im Einsatz. Insgesamt gingen Polizei und Feuerwehr fast überall im Land witterungsbedingt in den Einsatz. dpa

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