Der Fall erregte bundesweit Aufsehen - und auch das Verhalten des Angeklagten im Prozess sorgte für Empörung. Ein junges Paar wird beim Zelten überfallen, die Frau vergewaltigt. Der mutmaßliche Täter bekommt nun sein Urteil.

Prozess wegen Vergewaltigung in Bonner Rheinaue
Der 31-jährige Asylbewerber aus Ghana soll im April ein junges Paar beim Campen überfallen haben. Dann soll er die Frau mit einer Astsäge bedroht und vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt haben.

Der 31-jährige Asylbewerber aus Ghana soll im April ein junges Paar beim Campen überfallen haben. Dann soll er die Frau mit einer Astsäge bedroht und vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt haben.

Henning Kaiser

Der 31-jährige Asylbewerber aus Ghana soll im April ein junges Paar beim Campen überfallen haben. Dann soll er die Frau mit einer Astsäge bedroht und vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt haben.

Bonn. Im Prozess um die Vergewaltigung einer Camperin in Troisdorf will das Bonner Landgericht am Donnerstag (12.00 Uhr) sein Urteil verkünden. Der 31 Jahre alte Angeklagte soll Anfang April ein junges Paar beim Zelten in der Bonner Siegaue überfallen und sich an der Frau vergangen haben. Die Staatsanwältin hat für den abgelehnten Asylbewerber aus Ghana eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung gefordert.

Laut Anklage hatte der Mann nachts plötzlich das Zelt des aus Baden-Württemberg stammenden Paares mit einer Astsäge aufgeschlitzt. Er habe eine Lautsprecherbox und sechs Euro gestohlen und die 23-Jährige gezwungen, das Zelt zu verlassen. Dann soll er über die Studentin hergefallen sein. Die Staatsanwaltschaft sieht den Angeklagten durch DNA-Spuren überführt. Ein psychiatrisches Gutachten stuft ihn als schuldfähig ein.

Eine Kripobeamtin, die das Opfer vernommen hatte, schilderte im Prozess, dass die 23-Jährige geistesgegenwärtig reagiert habe. Demnach leistete die Frau bei der Tat keinen Widerstand und beschwor ihren Freund beim Verlassen des Zeltes, sein Schweizer Messer stecken zu lassen und die Polizei zu rufen. Während der Aussage der Opfer im Prozess hatte das Gericht die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Der Angeklagte bestreitet die Tat. Sein Verteidiger verzichtete in seinem Plädoyer auf einen konkreten Strafantrag. Im Prozess war der 31-Jährige mehrfach durch aufbrausendes Verhalten negativ aufgefallen. Unter anderem hatte er das Opfer am ersten Verhandlungstag als Prostituierte bezeichnet. dpa

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer