Nach einer tödlichen Messerattacke in einer Gesamtschule in Lünen hat vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen 16-jährigen Jugendlichen begonnen.

Trauer an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen
Vor der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen wurden Anfang des Jahres Kerzen abgestellt - ein 15-Jähriger hatte einen Mitschüler erstochen.

Vor der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen wurden Anfang des Jahres Kerzen abgestellt - ein 15-Jähriger hatte einen Mitschüler erstochen.

Guido Kirchner

Vor der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen wurden Anfang des Jahres Kerzen abgestellt - ein 15-Jähriger hatte einen Mitschüler erstochen.

Dortmund.  Nach einer tödlichen Messerattacke in einer Gesamtschule in Lünen hat vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen 16-jährigen Jugendlichen begonnen. Der Angeklagte soll am 23. Januar einen 14 Jahre alten Mitschüler mit einem Stich in den Hals getötet haben. Der Jugendliche hatte keine Chance, den Angriff zu überleben. Er starb noch am Tatort. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass das Opfer keinen Angriff kommen sah und deshalb arg- und wehrlos gewesen ist. Die Anklage gegen den 16-Jährigen lautet daher auf heimtückischen Mord.

Die Verhandlung vor der 31. Jugendstrafkammer des Dortmunder Landgerichts findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das ist bei Angeklagten, die jünger als 18 Jahre alt sind, zwingend vorgeschrieben.

Die Eltern des Opfers durften die Sitzung im Saal verfolgen. Im Anschluss an die Verlesung der Anklageschrift weinten sie auf dem Gerichtsflur. «Er konnte uns nicht einmal in die Augen schauen», sagte die Mutter zu einem Fernsehsender. «Er war wohl einfach zu feige.» In Lünen hat sich inzwischen ein Verein gegründet, der den Namen des getöteten Schülers trägt.

Der Angeklagte soll schon früher oft als aggressiv und gewalttätig aufgefallen sein. Aus diesem Grund war er nach Angaben der Ermittler auch schon für einige Zeit aus dem normalen Unterrichtsbetrieb der Gesamtschule herausgenommen worden. Im Januar sollte es dann jedoch offenbar um seine Wiedereingliederung in den Schulalltag gehen. Am Tattag soll der 16-Jährige zusammen mit seiner Mutter in die Schule gegangen sein. Bei der Polizei sagte der Angeklagte später angeblich aus, er habe zugestochen, weil der 14-Jährige seine Mutter so provozierend angeschaut habe.

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