Ein Bettrather (41) soll seine Freundin (45) in seiner Wohnung erstochen und sich dann mit Medikamenten selbst getötet haben.

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In diesem Haus an der Straße In der Lockhütte fanden Polizisten zwei Tote.

In diesem Haus an der Straße In der Lockhütte fanden Polizisten zwei Tote.

Günter) Jungmann

In diesem Haus an der Straße In der Lockhütte fanden Polizisten zwei Tote.

Mönchengladbach/Bettrath. Ein schreckliches Bild hat sich am späten Sonntagabend Polizisten in einer Wohnung an der Straße In der Lockhütte 60 in Bettrath geboten: Im Wohnzimmer im ersten Stock des Mehrfamilienhauses lagen ein Mann und eine Frau, beide tot. Um sie herum fanden die Polizisten mehrere Messer. Bei der Frau konnten sie deutliche Stichwunden feststellen, auch der Mann hatte geblutet.

Mutter des Toten war besorgt und alarmierte die Polizei

Eilends zog die Polizei einen Gerichtsmediziner hinzu und richtete eine Mordkommission ein. Weil die ein paar Häuser weiter wohnende Marianne T. über das Wochenende nichts von ihrem 41-jährigen Sohn Torsten gehört hatte, hatte sie an diesem Abend die Polizei alarmiert.

Die Beamten ließen die Wohnungstür von einem Schlüsseldienst öffnen, denn der Schlüssel steckte von innen.

In der Wohnung fanden sie dann T. und seine vier Jahre ältere Lebensgefährtin Doris A., die normalerweise nicht hier wohnt, sondern eine eigene Wohnung am Lockhütter Weg hat. Nachdem die beiden Toten am Montag in der Düsseldorfer Gerichtsmedizin obduziert wurden, gehen die Ermittler davon aus, dass T. im Streit auf seine Freundin eingestochen hat.

Nach der Obduktion steht noch ein Gutachten aus

Von den vielen Stichen, die die Gerichtsmediziner im Oberkörper der dreifachen Mutter fanden, war einer tödlich. Die äußerlichen Verletzungen, die bei dem Mann zu finden waren, sind nach Ansicht der Ermittler nicht tödlich gewesen.

Die Polizei sucht Zeugen, die Torsten T. und seine Freundin Doris A. am Freitagabend noch in einer Kneipe gesehen haben. Hinweise an die Polizei unter Tel. MG 290.

Vielmehr wartet die Mordkommission nun auf ein toxikologisches Gutachten, das beweisen soll, was sie annehmen: Nämlich, dass T. sich selbst mit Medikamenten das Leben nahm.

Denn Arzneimittel, mit denen das möglich ist, wurden am Tatort gefunden Geschehen ist das, was für die Nachbarn und Bekannten unfassbar erscheint, wohl schon in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Am Freitagmittag hatte T. noch in einer Bettrather Kneipe mit anderen Gästen Karten gespielt. Von dort aus war er in eine andere Gaststätte am Bettrather Markt aufgebrochen, wo ihn Bekannte noch "in trauter Zweisamkeit", wie eine Zeugin sagt, mit seiner Freundin angetroffen haben wollen.

In der Lockhütte, wo jeder jeden kennt, sind die Menschen bestürzt. T. hat sein ganzes Leben hier verbracht, ist mit den anderen Kindern des Viertels von hier zur Schule gegangen. Später war er als Schlosser jahrelang auf Montage unterwegs.

"Irgendwann hörten wir dann mal, dass er gerne einen trank", sagt eine ältere Dame. Vor einigen Jahren wurde T. arbeitslos - nach einer Krankheit, wie die Nachbarn berichten. "Deshalb haben sich viele hier gefreut, dass er diese Frau hatte", erzählt die ältere Dame weiter.

"Wir dachten, das gibt ihm etwas Halt." Denn T., den sie immer noch als "lieben Jungen" beschreibt, soll nach ihren Worten unter dem Einfluss von Alkohol schon mal "etwas rustikal" geworden sein.

Ob sich noch klären lässt, was sich im Laufe des Freitagabends abspielte, warum das Paar in Streit geriet, ist ungewiss. Die Polizei sucht dazu Zeugen.

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